Einzigartige Tiere, Pflanzen & Landschaften entdecken

Der Naturpark Gantrisch hat die Aufgabe, zu den Naturschätzen Sorge zu tragen. Das Mosaik aus vielen unterschiedlichen Lebensräumen macht die Region wertvoll und bietet einer Vielfalt von seltenen Tier- und Pflanzenarten eine Heimat. Die Arten, die unsere besondere Aufmerksamkeit benötigen, nennen wir Zielarten. Durch das grosse Engagement von Freiwilligen, Gemeinden, Schulen und Fachpersonen können zusammen mit dem Naturpark Gantrisch Lebensräume aufgewertet, Monitorings durchgeführt und umfassende Massnahmen zum Schutz der Zielarten ergriffen werden. Werden auch Sie Teil davon!

Landschaftspflegeeinsätze

MOORE

Die Moorlandschaft Gurnigel/Gantrisch zählt zu den grössten und schönsten Moorlandschaften der Schweiz. Das Mosaik aus Hochmooren, Flachmooren, Wiesen, Weiden und Wäldern beherbergt eine grosse Anzahl seltener Tiere, Pflanzen und Pilze. Auf diesen Schatz können wir stolz sein. Umso mehr, da in der Schweiz über die letzten 150 Jahre 90% der Moore zerstört wurden.

Für die Entstehung einer Moorlandschaft sind besondere Bedingungen nötig. Für das grossflächige Vorkommen von Mooren in unserem Gebiet ist der Flysch-Untergrund und das Moränenmaterial von früheren Gletschern verantwortlich. Sie bilden eine wasserundurchlässige Schicht und führen zu einer Vernässung des Bodens. Aufgrund der Nässe herrscht im Boden ein Sauerstoffmangel und abgestorbenes Pflanzenmaterial verrottet nicht mehr. Nach und nach entsteht eine Schicht aus Torf. Ist diese Schicht dünn, spricht man von einem Flachmoor. Ist die Torfschicht jedoch so mächtig, dass die Pflanzen das Grundwasser nicht mehr erreichen können, spricht man von einem Hochmoor. Ein ganzes Ökosystem hat sich an diese speziellen, nährstoffarmen Bedingungen angepasst.

Moorlandschaften sind wertvoller Lebensraum und CO2-Speicher. Verschwindet ein Moor, verschwindet der Lebensraum für alle diese hochspezialisierten Arten. Ein riesiger Verlust für die Biodiversität, aber auch für unser Klima. Moore speichern nämlich pro Fläche viel mehr Wasser und CO2 als jeder andere Lebensraum.

Flachmoore

Wenn der Boden unter den Füssen weicher wird und wir uns plötzlich von sattgrünen, kräftigen Binsen und Seggen umgeben sehen, stehen wir wahrscheinlich am Rand eines Flachmoores. Blauer Lungen-Enzian und Weisser Sumpfwurz, in höheren Lagen Moorenzian und Studentenröschen sind neben den zahlreichen Seggenarten typische Vertreter der Flachmoorvegetation. Sie gedeiht auf nassem, nährstoffarmem Boden. Flachmoore werden nur schwach genutzt, sei es als Weiden für Rinder oder als Lieferanten von Streu. Nährstoffarme Flächen wie die Flachmoore sind heute allgemein bedroht. Daher erhalten die verbliebenen Flächen eine wachsende Bedeutung als Refugium einer spezialisierten und vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Die Flachmoore gehören zur jeweiligen Alp und werden unter Auflagen gegen Entschädigung bewirtschaftet. Sie bringen wenig Ertrag, sind aber sehr arbeitsintensiv, da sie regelmässig von kleinen Tannen, Erlen und Weiden gesäubert werden müssen.

Hochmoore

Hochmoore sind natürliche Lebensräume, die bereits seit Jahrhunderten bestehen. Besonders im Herbst zeigen sie ihre charakteristische gelbrote Farbenpracht. Hochmoore bestehen aus einem Mosaik von Moospolstern (Bulten) und wasserhaltigen Senken und werden v.a. von Torfmoosen aufgebaut. Abgestorbene Pflanzen zersetzen sich hier nicht. Sie wandeln sich in Torf, der sich über Jahrtausende aufschichtet. Sobald die Pflanzen, die auf dieser aufgewölbten Torflinse leben, den Kontakt zum Grundwasser verloren haben, entsteht das einzigartige und nur durch Regenwasser gespeiste System des Hochmoors. Im Hochmoor leben spezialisierte Pflanzen wie Rosmarinheide, Moosbeere, Torfmoose oder Sonnentau, die nur sehr geringe Nährstoffmengen benötigen. Meist genügt, was der Regen dem Moor zuführt. Die Tierarten, die im Hochmoor ihren Lebensraum haben, zum Beispiel der Schmetterling «Hochmoorperlmutterfalter» sind sehr selten geworden. Wegen der speziellen Lebensbedingungen im Hochmoor können die gefährdeten Moorbewohner nicht in andere Biotope ausweichen. Die grossen Hochmoorbiotope sind als Naturschutzgebiete ausgeschieden und gekennzeichnet. Sie sind von der Beweidung ausgeschlossen, denn Hochmoore sind stark trittempfindlich. Es entstünden irreparable Schäden. Vertraglich gesicherte Nährstoffpufferzonen verhindern, dass nährstoffreiches Wasser ins Hochmoor gelangt.

Wir leben hier

Zielarten, die unsere besondere Aufmerksamkeit benötigen

Birkhuhn

Tetrao tetrix

Portrait

Birkhühner leben dort, wo der Wald lichter wird und langsam zur Alpwiese übergeht. Das ganze Jahr über leben sie sehr verborgen. Im Frühling jedoch versammeln sich die Männchen in der Balzarena und führen ihre Tänze auf, begleitet von lauten Rufen. Damit imponieren sie den Birkhennen, die am Rand der Balzarena das Geschehen beobachten. Den gesamten Winter verbringen die Birkhühner in Schneehöhlen und versuchen ihren Energieverbrauch so gering wie möglich zu halten. Der Bestand der Birkhühner ist im Naturpark Gantrisch gesund, die Population ist stabil.

Förderung

Durch jährliche Monitorings zusammen mit Ornitholog*innen wird der Bestand der Birkhühner überwacht.

Zur Sicherung der Raufusshühner-Populationen in der Moorlandschaft betreiben die zuständigen Forstbetriebe grosse Anstrengungen. Vor allem im steilen Gelände fallen dabei Arbeiten an, die maschinell teilweise nur schwer auszuführen sind. Der Naturpark organisiert deshalb Freiwilligeneinsätze zur Unterstützung der Arbeiten im Gebiet.

Die Birkhühner sind sehr störungsanfällig. Vor allem während der Balzzeit kehren die Hennen bei wiederholten Störungen nicht wieder zum Balzplatz zurück. Ranger sind im Frühling im Gebiet unterwegs, um die Besucher für die Wildtiere zu sensibilisieren.

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Auf folgenden Websites finden Sie weiterführende Informationen zu den Birkhühnern:

Auerhuhn

Tetrao urogallus

Portrait

Das Auerhuhn gehört wie das Birkhuhn und das Alpenschneehuhn zu den Raufusshühnern. Das Auerhuhn ist der grösste Hühnervogel in Europa. Bei der eindrucksvollen Balz stolzieren die Hähne mit gefächertem Schwanz und gesenkten Flügeln in der Arena umher. An ihren Lebensraum stellen die Auerhühner hohe Ansprüche: Sie brauchen eine sehr grosse, zusammenhängende und störungsarme Waldfläche. In ganz Europa ist die Zahl der Auerhühner rückläufig, die Art wird als stark gefährdet eingestuft. Im Naturpark Gantrisch leben nur noch ganz wenige Individuen.

Förderung

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Auf den folgenden Websites finden Sie weiterführende Informationen zu den Auerhühnern:

Blauschillernder Feuerfalter

Lycaena helle

Portrait

Der sogenannte Blauschillernde Feuerfalter ist eher klein: der Vorderflügel ist nur 12 – 14 mm lang. Die Raupen, die sich ausschliesslich vom Schlangen-Knöterich ernähren, sind gut getarnt: als junge Raupen sind sie weisslich und fressen an der Blattunterseite, später werden die Raupen grünlich und fressen an der Blattoberseite weiter. In der Moorlandschaft Gurnigel/Gantrisch fühlt sich der Falter wohl: Hier ist der Bestand im Vergleich mit der gesamten Schweiz am grössten und wertvollsten.

Förderung

Die Aufgabe, die wertvollste Population der Schweiz zu überwachen, erfüllt der Naturpark mit regelmässigen Monitorings, damit ein Eingreifen bei abnehmender Population aufgegleist werden kann.
Für einige Moorschmetterlinge überlebenswichtig ist die Sumpf-Kratzdistel. Das Sensibilisieren dieser Zusammenhänge ist die Aufgabe des Naturparks und hat bei vielen Landwirt*innen bewirkt, dass die Sumpf-Kratzdistel nun absichtlich stehen gelassen wird.

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Auf den folgenden Websites finden Sie weiterführende Informationen zum Blauschimmernden Feuerfalter:

Hochmoor-Perlmutterfalter

Boloria aquilonaris

Portrait

Der Hochmoor-Perlmutterfalter verdankt seinen Namen den charakteristischen perlmuttfarbenen Flecken auf den sonst leuchtend orangen Flügeln. Die Raupe ernährt sich ausschliesslich von der Gewöhnlichen Moosbeere, welche nur auf Moorböden wächst. Der Hochmoorbereich bietet jedoch für den Falter nur ein geringes Nektarangebot, daher ist der Falter auf nahe gelegene, blumenreiche Wiesen mit Disteln angewiesen. Die Raupen überwintern, ohne vorher Nahrung zu sich zu nehmen. Mit dem Fressen beginnen sie erst im folgenden Frühjahr. Die Falter fliegen von Mitte Juni bis August. Der Bestand an Hochmoor-Perlmutterfaltern ist sehr gering, die Art wird als stark gefährdet eingestuft.

Förderung

Der Naturpark führt regelmässig Monitorings durch, um den Bestand zu kontrollieren. Auch wird die Gewöhnliche Moosbeere gefördert, die der Raupe als Futterpflanze dient.

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Auf folgenden Websites finden Sie weiterführende Informationen zum Hochmoor-Perlmutterfalter:

Pyrenäen-Löffelkraut

Cochlearia pyrenaica

Portrait

Das Pyrenäen-Löffelkraut ist eine seltene Art mit isoliertem Vorkommen. In der Schweiz sind nur wenige Standorte bekannt und alle liegen im Kanton Bern. Im Naturpark Gantrisch ist das Pyrenäen-Löffelkraut am Gantrischseeli zu finden. Es braucht nasse, kalthaltige und baumfreie Standorte. Diese 50 cm hohe Pflanze wächst im Herbst, überwintert grün und blüht dann im nächsten Jahr. Das Pyrenäen-Löffelkraut existiert schon seit der Eiszeit.

Förderung

Der Naturpark Gantrisch überwacht den Bestand des Pyrenäen-Löffelkrauts regelmässig. Bei Bedarf werden Massnahmen wie Auszäunen des Standorts vorgenommen, um die Art vor Trittschäden zu schützen.

Mehr Infos

Auf der folgenden Website finden Sie weiterführende Informationen zum Pyrenäen-Löffelkraut:

Engagement & Erleben

Tipps für Ausflüge & Exkursionen sowie Engagement für diesen Lebensraum

So engagiert sich der Naturpark Gantrisch für die Moorlandschaft

  • Die hochspezialisierten Tiere und Pflanzen brauchen intakte Moorlandschaften. Damit die Alpwiesen nicht verbuschen, werden jährlich Schwenteinsätze durchgeführt. Freiwillige werden dabei von Fachpersonen und der Älplerfamilie begleitet. Der Naturpark Gantrisch koordiniert und begleitet diese wichtigen Einsätze.
  • Viele Moorflächen sind von Entwässerungsgräben durchzogen. Diese wurden in der Vergangenheit für den Abbau von Torf angelegt. Der Naturpark organisiert Regenerationsprojekte zum Erhalt der Moorlandschaft, die gemeinsam mit kantonalen Fachstellen, den Gemeinden und den Alpbetrieben umgesetzt werden.
  • Um die sensible Moorlandschaft vor Lichtimmissionen zu schützen, wurde auf dem Gebiet der Moorlandschaft ein 100km2 grosses Lichtschutzgebiet eingerichtet.
  • Um die Besucher*innen zum wertvollen Lebensraum der Moorlandschaft sensibilisieren zu können, sind Ranger im Auftrag des Naturparks im Gebiet unterwegs.

Das können Sie für diesen Lebensraum tun

  • Mit einem respektvollen Umgang mit dem sensiblen Lebensraum kann jede*r Einzelne viel zum Schutz der Moorlandschaft beitragen. Wichtig ist, dass Sie als Besucher*in auf den Wegen bleiben und die Tiere aus der Ferne beobachten. Besucherinformation Moorlandschaft (PDF)
  • Zum Schutz der störungsanfälligen Wildtiere hat das Jagdinspektorat im Gurnigelgebiet verschiedene Wildschutzgebiete definiert, welche im Winter nur auf den gekennzeichneten Wegen begangen werden dürfen. Alle Informationen hierzu finden Sie auf www.wildruhezonen.ch und in unserem Newsbeitrag zu den Wildruhezonen im Gurnigelgebiet.

Die Moorlandschaft Gurnigel / Gantrisch erleben

Alle Informationen für Ihren Besuch der Moorlandschaft Gurnigel/Gantrisch finden Sie in der Info-Broschüre Besucherinformation Moorlandschaft (PDF).

Ebenfalls Infos zur Moorlandschaft, zu Buvetten, Alpeinsätzen etc. finden Sie auf der Website alpspiegel.ch.

Im Alpgebiet queren Sie manchmal Weiden. Dabei treffen Sie womöglich auf Weidetiere und Herdenschutzhunde. Wir haben die wichtigsten Infos für das Gurnigelgebiet zusammengestellt: Sichere Begegnung mit Herdenschutzhunden.

Ausflüge im Gurnigelgebiet

  • Panoramaweg: Die Wanderung mit den schönsten Aussichten!
  • Naturatrail: Der Wanderweg führt über einen Teil des Panoramaweges. Begleitend dazu gibt es eine Infobroschüre zu Natur, Schutzgebieten und Landschaft.
  • Gäggersteg: Der neue Holzsteg über das Waldreservat auf der Pfyffe begeistert Klein und Gross. Der dazugehörige Familienweg eignet sich besonders für einen Ausflug mit Kindern.
  • Mountainbike Gantrisch Königsroute – auch als Wanderroute geeignet.
  • Alle Routen im Gurnigelgebiet auf der SchweizMobil-Karte finden Sie hier.

Exkursionen für Schulklassen

  • Bei Schwent-Einsätzen im Gurnigelgebiet erhalten die Schüler*innen nebst dem Arbeiten auch interessante Inputs von den Fachpersonen und von der Älplerfamilie. Zufrieden nach körperlicher Arbeit mit Sinn und Zweck kehrt die Klasse von ihrem Tageseinsatz zurück.
  • Die Exkursion über den Gäggersteg ermöglicht einen Einblick von hoch oben über das ganze Gebiet.
  • Die märchenhaften Wälder der Moorlandschaft können auch auf der Zwergen-Exkursion zum Chesereloch entdeckt werden.
  • Die Exkursion “Das dunkle Herz” erklärt auf einer Nachtwanderung, warum die Abwesenheit von künstlichem Licht besonders in der nächtlichen Moorlandschaft Gurnigel so wichtig ist.

HECKEN

Einst wurden Hecken als unverrückbare Grenzen entlang von Ländereien angepflanzt. Heute verbinden sie die Lebensräume wie ein Netz. Auch finden verschiedenste Tierarten Schutz und ein Nahrungsangebot in einer Hecke. Im Gegensatz zum Mittelland gibt es im Naturpark Gantrisch noch relativ viele Hecken. Aber auch hier sind in den letzten Jahrzenten viele Hecken verschwunden.

Eine Hecke ist ökologisch am wertvollsten, wenn sie aus verschiedenen Wildstraucharten besteht. Jede Art kann aufgrund ihrer Eigenschaften unterschiedlichen Tieren eine Lebensgrundlage bieten. Auch ist das Nahrungsangebot durch eine grosse Artenvielfalt über lange Zeit im Jahr gewährleistet. Dornentragende Sträucher wie Wildrosen, Schwarzdorn oder Weissdorn sind besonders wertvoll. So finden zum Beispiel Vögel hinter dem Dornengestrüpp ein sicheres Versteck. Ist die Hecke von einem Krautsaum begleitet, bietet dies vielen weiteren bodenlebenden Tierarten einen Lebensraum. Auch Kleinstrukturen wie Ast- und Steinhaufen sind wichtige Elemente einer ökologisch wertvollen Hecke.

Wir leben hier

Zielarten, die unsere besondere Aufmerksamkeit benötigen

Hermelin

Mustela erminea

Portrait

Das Hermelin ist ein richtiges Energiebündel: Neugierig und flink kundschaftet es jedes Loch und jede Ritze auf der Suche nach Beute aus. Dank seinem länglichen Körperbau passt es durch die Mausgänge. Das Hermelin frisst ein bis zwei Mäuse pro Tag, daher ist es in der Landwirtschaft als Mäusejäger sehr willkommen.
Das Hermelin wird im Volksmund oft auch Wiesel genannt. Doch es gibt zwei Wieselarten: das Mauswiesel und das etwas grössere Hermelin, welches an seiner schwarzen Schwanzspitze zu erkennen ist. Auch trägt das Hermelin im Winter ein weisses Fell, das Mauswiesel behält in unserer Gegend das braune Fell auch im Winter bei.

Förderung

Im ganzen Parkperimeter werden gemeinsam mit den Landwirt*innen jährlich Kleinstrukturen wie Asthaufen oder Steinhaufen angelegt und Hecken gepflanzt. So enstanden in den letzten 10 Jahren über 100 Verstecke für diese Art. Regelmässig werden die Bewohner*innen in neu angelegten Kleinstrukturen beobachtet. Weiter organisiert der Naturpark Infoanlässe für Landwirt*inne und führt Beratungen durch.

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Auf folgenden Websites finden Sie weiterführende Informationen zum Hermelin:

Mauswiesel

Mustela nivalis

Portrait

Das Mauswiesel ist eine von zwei Wieselart: Das Mauswiesel hat im Gegensatz zum Hermelin keine schwarze Schwanzspitze und bleibt im Winter braun. Mit seinem geringen Gewicht von nur 50g – 200g ist es das kleineste Raubtier in unserer Gegend. Damit es auch im Winter durch die engen Mäusegänge passt, kann es sich nicht wie andere Tiere eine dicke Fettschicht anfressen.

Förderung

Im ganzen Parkperimeter werden gemeinsam mit den Landwirt*innen jährlich Kleinstrukturen wie Asthaufen oder Steinhaufen angelegt und Hecken gepflanzt. So enstanden in den letzten 10 Jahren über 100 Verstecke für diese Art. Regelmässig werden die Bewohner*innen in neu angelegten Kleinstrukturen beobachtet. Weiter organisiert der Naturpark Infoanlässe für Landwirt*innen und führt Beratungen durch.

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Auf folgender Website finden Sie weiterführende Informationen zum Mauswiesel:

Kleine Hufeisennase

Rhinolophus hipposideros

Portrait

Die Kleine Hufeisennase hat ihren Namen der auffälligen «Nase» zu verdanken, einem hufeisenförmigen Hautlappen, der die Nasenlöcher umgibt. Mit 4-8 g und einem daumengrossen Körper zählt sie zu den kleinen Fledermausarten. Wenn sie ihre Flügel öffnet, kommt sie immerhin auf eine Spannweite von 23 cm. Die Kleine Hufeisennase wohnt oft in Schlössern und anderen alten Gebäuden. Sie jagt in nahe gelegenen Wäldern und entlang von Gewässern, wo Nachtfalter, Schnaken und andere Insekten besonders häufig vorkommen. Diese Fledermausart reagiert empfindlich auf künstliches Licht und meidet Flächen, die beleuchtet sind. So jedoch wird ihr Lebensraum immer mehr zerschnitten und verkleinert. Die Kleine Hufeisennase ist in der Schweiz stark gefährdet. Rund 10% des Bestandes leben im Naturpark Gantrisch.

Förderung

Die Bestände dieser Art werden jährlich durch den Naturpark Gantrisch überwacht. Zudem werden Fördermassnhamen wie Pflanzung von Baumreihen oder Massnahmen zur Verhinderung von Lichtverschmutzung umgesetzt. Weiter werden Sensibilisierungsmassnahmen und Anlässe (Fledermausnacht) durchgeführt.

Gesucht: Fledermaus-Quartiere im Naturpark
Gesucht sind Fledermausarten, die von Juni bis August entweder frei und meist gut sichtbar in einem Dachstock, Estrich oder Schuppen hängen (Kleine Hufeisennase und Grosses Mausohr), oder versteckt hinter Fensterläden kauern (Mopsfledermaus). Wenn Sie Kenntnis von einem solchen Fledermausquartier haben, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf: info@gantrisch.ch oder Tel. 031 808 00 20.

Weitere Tipps:

Mehr Infos

Auf den folgenden Websites finden Sie weiterführende Informationen zur Kleinen Hufeisennase:

Neuntöter

Lanius collurio

Portrait

Der Neuntöter ist mit seiner schwarzen Augenbinde und dem rostroten Rücken gut erkennbar. Er ist auf dichte Hecken mit Dornbüsche angewiesen, denn dort legt er seine Vorratskammer an: Auf die Dornen der Wildsträucher spiesst er die erbeuteten Insekten und Mäuse auf. Früher dachte man irrtümlicherweise, dass er zuerst neun Tiere aufspiesst, bevor er zu fressen beginnt. In diesen Dornbüschen legt er auch sein Nest an. Für die Nahrungssuche benötigt er Magerwiesen. Der Neuntöter ist also auf eine intakte Landschaft mit vielen Kleinstrukturen und mit einer extensiven Bewirtschaftung angewiesen.

Förderung

Jährlich werden Heckenaufwertungen und Neupflanzungen von Hecken im Naturpark durchgeführt, bei denen Kleinstrukturen wie Ast- und Steinhaufen erstellt und dornentragende Arten wie Widrosen, Schwarz-, Weiss- und Kreuzdorn gefördert werden.

Mehr Infos

Auf folgenden Websites finden Sie weiterführende Informationen zum Neuntöter:

Glühwürmchen

Lampyridae

Portrait

Das Glühwürmchen ist entgegen seinem Namen kein Wurm, sondern ein Käfer. Die Larven fressen Schnecken, die die eigene Körpergrösse übersteigen. Als Adulte fressen sie nicht mehr, da steht die Fortpflanzung im Vordergrund. Dabei suchen die Männchen aus der Luft nach dem Leuchten der Weibchen, die auf dem Boden bleiben. Die Lichtverschmutzung jedoch behindert, wie bei so vielen anderen Arten auch, die natürlichen Vorgänge. Das Glühwürmchen-Männchen zum Beispiel hat bei künstlichem Licht keine Chance mehr, das Weibchen zu finden.

Förderung

Jährlich werden Heckenaufwertungen und Neupflanzungen von Hecken im Naturpark durchgeführt, bei denen Kleinstrukturen wie Ast- und Steinhaufen erstellt und dornentragende Arten wie Widrosen, Schwarz-, Weiss- und Kreuzdorn gefördert werden.

Helfen Sie mit, die Lebensräume der Glühwürmchen zu entdecken und melden Sie Fundorte dem Naturpark Gantrisch (Mail an info@gantrisch.ch oder Tel. 031 808 00 20). Damit werden sie sichtbar und können besser geschützt werden.

Mehr Infos

Auf den folgenden Websites finden Sie weiterführende Informationen zum Glühwürmchen:

Engagement & Erleben

Tipps für Ausflüge & Exkursionen sowie Engagement für diesen Lebensraum

So engagiert sich der Naturpark Gantrisch für die Heckenlandschaft

  • Die Förderung von artenreichen Hecken und Kleinstrukturen wird im Naturpark Gantrisch bereits seit zehn Jahren verfolgt. Dabei werden Hecken neu gepflanzt oder vorhandene Standorte aufgewertet. Bei der Aufwertung werden die Hecken artenreicher, dorniger und durch Kleinstrukturen wie Ast- und Steinhaufen vielfältiger gemacht.
  • Damit überprüft werden kann, welche Tiere in einer neu angelegten Hecke Einzug halten, baut der Naturpark Gantrisch bei einigen Projekten Spurentunnels ein. Diese Tunnels sind mit Stempelkissen ausgerüstet, auf denen neugierige Tiere wie das Hermelin ihre Pfotenabdrücke hinterlassen. Regelmässig werden die gestempelten Spurenblätter ausgewertet. Andere Tunnels sind mit Fotofallen ausgerüstet.
  • Der Naturpark Gantrisch unterstützt Landwirtschaftsbetriebe kostenlos bei der Planung eines Heckenprojekts. Zudem wird bei der Umsetzung die Koordination von freiwilligen Helfer*innen übernommen.

Das können Sie für diesen Lebensraum tun

Je arten- und strukturreicher unser Garten ist, umso grösser ist unser Beitrag für die Biodiversität. Bereits kleine Flächen mit 5 bis 10 verschiedenen Wildsträuchern dienen hunderten von Tierarten als Paarungs- und Brutplatz, als Überwinterungsquartier und vor allem als Nahrungsquelle. Weitere Informationen für mehr Artenvielfalt im eigenen Garten unter gantrisch.ch/artenvielfalt-foerdern.

Beim Anlegen oder Aufwerten einer Hecke im eigenen Garten sollten einige Punkte beherzigt werden:

Tipps für die Heckenpflanzung

  • Einheimisch: Über Jahrhunderte haben sich Tiere und Pflanzen aneinander angepasst. Ein perfektes Zusammenspiel hat sich entwickelt. Fehlen einheimische Sträucher, fehlen auch Insekten und Vögel.
  • Artenreich: Jede Strauchart blüht und trägt Früchte zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Artenreiche Hecken sichern das Nahrungsangebot über das ganze Jahr hindurch.
  • Dornig: Sträucher mit Dornen wie Schwarzdorn und Wildrosen bieten vielen Vogelarten guten Schutz. Auch für Tag- und Nachtfalter sind Dornensträucher wichtige Lebensräume.
  • Wild: In Bodennähe rund um die Sträucher soll es wild sein: Der Krautsaum schafft ideale Bedingungen für Tiere, die in Bodennähe leben. Ast- und Steinhaufen bieten Versteckmöglichkeiten.

Lokale Baumschulen im Naturpark Gantrisch führen einheimische Wildsträucher in ihrem Sortiment und unterstützen Interessierte gerne mit wertvollen Pflanztipps.

Die Heckenlandschaft im Naturpark Gantrisch erleben

Auf dem Belpberg, in Riggisberg oder in Schwarzenburg (Wahlern/Bannholz) können Sie schöne Heckenlandschaften besuchen.

Wanderungen & Velotouren

Alpenpanoramaweg: Etappe von Rüeggisberg nach Schwarzenburg. Die Route führt durch die traditionellen Kulturlandschaften.
Veloroute VL 62 Bern -Schwarzenburg: Nach der Hauptstadt schwitzen über die weichen Kuppen des Längenberges, die Alpensicht ist grossartig, die behäbigen Höfe breitschultrig, die Landschaftsgräben tief und steil, das Schwarzwasser schäumt wild.

Exkursionen für Schulklassen

Naturvielfalt Bannholz“: Im Bannholz ist ein Lernort entstanden, in dem auf engstem Raum viele Kreisläufe in der Natur gezeigt werden können.

GEWÄSSER

Die drei grossen Flüsse Sense, Schwarzwasser und Gürbe prägen die Landschaft des Naturparks auf eindrückliche Weise: Die tiefen Gräben und «Chrächen» der Sense und Schwarzwasser oder die flache Ebene entlang der Gürbe zeugen von der Kraft des Wassers. Neben diesen grossen Flüssen bereichern noch unzählige kleinere Bäche die Naturpark-Landschaft und bieten vielen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. In den stehenden Gewässern wie dem Schwarzsee, dem Gerzensee und dem Dittligsee finden andere Lebensgemeinschaften ihren Lebensraum. Auch kleinere Seen und Tümpel, die sich schneller erwärmen und Lebensräume vernetzen, tragen zu einer Vielfalt an Leben bei. Eine weitere Besonderheit im Naturpark sind die Kalktuffquellen: Dieser spezielle Quell-Lebensraum beherbergt seltene Pflanzen- und Tierarten. Rund um die Quellen überzieht der ausgelöste Kalk die Moose. So entstehen aussergewöhnliche und faszinierende Formationen. Der 11 km lange Flussabschnitt zwischen der Schwarzwasserbrücke und Wislisau ist nachts fast komplett dunkel – nur ein paar Bauernhäuser mit minimaler Beleuchtung sind zu sehen. Dieser Abschnitt ist ein mittlerweile seltenes Beispiel für einen natürlich nachtdunklen Mittellandbach.

Weitere Informationen: wasserweltengantrisch.ch

Wir leben hier

Zielarten, die unsere besondere Aufmerksamkeit benötigen

Glänzende Glattschnecke

Cochlicopa nitens

Portrait

Die Glänzende Glattschnecke kommt in der Schweiz nur noch an drei Standorten vor und gilt deshalb als vom Aussterben bedroht. Einer dieser Standorte liegt im Naturpark Gantrisch am Dittligsee. Bereits kleinste Veränderungen am Ufer können diese Art gefährden. Die Glänzende Glattschnecke lebt im Schilf und ernährt sich von abgestorbenen Pflanzenteilen und niedrigen Pilzen. Sie reinigt laufend ihr Gehäuse mit der Radula (Raspelzunge): Das Gehäuse glänzt, ist glatt und schützt sie somit vor Fressfeinden.

Förderung

Um das Überleben der Population zu sichern, wird der Schilfgürtel am Dittligsee unterhalten. Der Naturpark führt zusammen mit dem Kanton Monitorings durch.

Mehr Infos

Auf folgender Website finden Sie weiterführende Informationen zur Glänzenden Glattschnecke:

Kreuzkröte

Epidalea calamita

Portrait

Die Kreuzkröte ist nur 5 – 7 cm lang und trägt eine unverwechselbare weisslich-gelbe Linie auf dem Rücken. Die Kreuzkröte bewegt sich mausähnlich fort, da sie wegen ihrer kurzen Hinterbeine nicht hüpft, sondern läuft. Sie ist die lauteste Kröte: Ihr Ärr-ärr-Ruf ist kilometerweit zu hören. Im Naturpark Gantrisch kommt die Kreuzkröte nur noch in der Kiesgrube in Riggisberg vor.

Förderung

Die Kreuzkrötenpopulation in Riggisberg auf 760 m.ü.M. gehört zu den höchstgelegenen in der Schweiz und ist im Inventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung eingetragen. Da die Fortpflanzungsgewässer in der unmittelbaren Umgebung fehlen, hat der Naturpark Gantrisch im Herbst 2020, in Zusammenarbeit mit der KARCH, ein neues Laichgewässer erstellt. Bereits im Frühling 2021 wurden darin die ersten Laich-Schnüre der Kreuzkröte gefunden. Das Projekt ist somit ein voller Erfolg!

Mehr Infos

Auf folgender Website finden Sie weiterführende Informationen zur Kreuzkröte:

Feuersalamander

Salamandra salamandra

Portrait

Der Feuersalamander lebt in feuchten Mischwäldern. Tagsüber versteckt er sich unter Laub, in Ritzen oder Höhlen von kleinen Säugetieren. Aktiv wird er erst nachts, und zwar nur bei hoher Luchtfeuchtigkeit. Die Larven legt das Weibchen in kühle, langsam fliessende Waldbäche ab, bevorzugt in Quellengewässer. Die Population wird als verletzlich eingestuft.

Förderung

Der Feuersalamander und viele weitere Tier- und Pflanzenarten sind auf Quell-Lebensräume angewiesen. In unseren Wäldern wurden jedoch viele Quellen gefasst und sind somit als Lebensräume verloren gegangen. Der Naturpark prüft mit den Grunstückbesitzern und mit Fachleuten, wie stillgelegte Trinkwasserfassungen revitalisiert und als Quell-Lebensräume aufgewertet werden können. Im 2022 lanciert der Naturpark ein weiteres Monitoring-Projekt. Dabei wird mit Freiwilligen Helfer*innen nach Quelllebensräume und Feuersalamander-Larven gesucht. Bei Interesse kann man sich schon jetzt melden:
info@gantrisch.ch oder Tel. 031 808 00 20.

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Auf folgender Website finden Sie weiterführende Informationen zur Kreuzkröte:

Erdkröte

Bufo bufo

Portrait

Die Erdkröte lebt ausserhalb der Laichzeit im Wald. Häufig ist sie aber auch im Siedlungsraum anzutreffen. Da die Kröte Schnecken frisst, ist sie ein gern gesehener Gartenbewohner. Um sich verstecken zu können, braucht sie einen Ast- oder Steinhaufen. Die Erdkröte besitzt spezielle Augen: die Iris leuchtet orangefarben bis rotgolden.

Förderung

Im ganzen Parkperimeter werden jedes Jahr Tümpel für Amphibien neu angelegt oder bestehende Gewässer unterhalten. Zur Laichzeit werden an wichtigen Standorten Amphibienzaune aufgestellt, damit sie sicher über die Strasse bis ins Laich-Gewässer gelangen können.

Mehr Infos

Auf folgender Website finden Sie weiterführende Informationen zur Kreuzkröte:

Bergmolch

Ichthyosaura alpestris

Portrait

Das Bergmolch-Männchen erhält während der Paarungszeit einen feinen, schwarzgelben Rückenkamm sowie blau marmorierte Flanken. Ein Unterscheidungsmerkmal zu anderen Molcharten ist beim Bergmolch der immer ungefleckte orangefarbene Bauch. Der Bergmolch ist sehr verbreitet und nimmt fast jedes Gewässer an.

Förderung

Im ganzen Parkperimeter werden jedes Jahr Tümpel für Amphibien neu angelegt oder bestehende Gewässer unterhalten. Zur Laichzeit werden an wichtigen Standorten Amphibienzaune aufgestellt, damit sie sicher über die Strasse bis ins Laich-Gewässer gelangen können.

Mehr Infos

Auf folgender Website finden Sie weiterführende Informationen zur Kreuzkröte:

Engagement & Erleben

Tipps für Ausflüge & Exkursionen sowie Engagement für diesen Lebensraum

So engagiert sich der Naturpark Gantrisch für die Gewässer

  • Revitalisierte Bäche und Flüsse bilden artenreiche Ökosysteme, die unterschiedliche Lebensräume von Tieren und Pflanzen vernetzen. Der Naturpark Gantrisch organisiert den Unterhalt und die Neuschaffung von Kleingewässern.
  • Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Kartierung und Revitalisierung der wertvollen Quell-Lebensräume.
  • Die Klimaerwärmung macht sich auch in den Gewässern bemerkbar: Wegen des Anstiegs der Wassertemperatur sind einige Arten bereits aus unseren Flüssen verschwunden. Mit einem Uferbeschattungs-Projekt soll dieser Effekt verringert werden.
  • Gewässer sind ein wichtiger Lebensraum für viele lichtsensible Arten wie Fledermäuse, Amphibien und aquatische Insekten. Mit dem Nachtlandschaftsprojekt werden natürlich dunkle Lebensräume identifiziert, geschützt und wieder instandgesetzt.

Das können Sie für diesen Lebensraum tun

  • Vielleicht finden Sie in Ihrem Garten einen Platz für eine Wasserstelle? Wird ein Tümpel mit einem Ast- oder Steinhaufen ergänzt, bietet Ihr Garten vielen Insekten und Amphibien einen wertvollen Lebensraum. Weitere Informationen für den eigenen Garten finden Sie in unserer Garten-Infobroschüre.
  • Helfen Sie mit bei der Erstellung und Betreuung der Amphibien-Zäune! Mitarbeitende des Naturparks stellen diese jeden Frühling entlang von stark befahrenen Strassen auf. Freiwillige Helfer*innen tragen morgens und abends die Amphibien über die Strasse, damit die Tiere sicher zu ihrem Laichgewässer kommen. Dieses Engagement sichert den Fortbestand unserer einheimischen Amphibien.
  • Schätzen auch Sie die naturnah belassenen oder gestalteten Ufer in Ihrer Freizeit? Mit korrektem Verhalten ist ein Miteinander von Schutz und Nutzung möglich: Infoblatt Naherholung Sense-Schwarzwasser.
  • Wohnen Sie an einem Ort, wo Gewässer übermässig beleuchtet sind? Fragen Sie bei Ihren Nachbarn und bei Ihrer Gemeinde nach, ob es möglich ist, diese nachts für einige Stunden auszuschalten.

Den Lebensraum Gewässer im Naturpark Gantrisch erleben

In unserer Region sind Gewässer stark prägende Landschaftselemente, wichtige Quellen unserer Trinkwasserversorgung und nicht zuletzt verringern sie Hochwasserschäden, wenn man ihnen genügend Raum gibt. Für Entdeckungen der Wasserwelten auf eigene Faust sind viele wissenswerte Informationen auf wasserweltengantrisch.ch zusammengefasst. Die Website bietet auch eine tolle Lernplattform für Lehrpersonen und Schüler*innen.

Ausflugstipps

Exkursionen für Schulklassen

  • Auf unseren Exkursionen erleben die Schüler*innen die Wasserwelten mit all ihren Facetten. Folgende Angebote sind buchbar: “Abenteuer Sense”, “Wildwasser Gürbe”, “Baumeister Biber” und “Expedition Frosch”. Weitere Informationen
  • Für Entdeckungen der Wasserwelten auf eigene Faust sind viele weiterführenden Informationen auf wasserweltengantrisch.ch zusammengefasst.

WÄLDER

Rund ein Drittel des Naturparks ist von Wald bedeckt. In den Gemeinden Guggisberg, Rüschegg und Plaffeien liegt der Anteil sogar bei rund 45%. Diese grossen, zusammenhängenden Waldgebiete sind enorm wertvoll und beherbergen Tiere, die auf grossflächige Territorien angewiesen sind. Auch zeichnet sich der Wald im Gurnigel-Gebiet mit vielen lichten Flächen aus, die teilweise durch Naturereignisse entstanden sind. Dies fördert die Vielfalt, da viele seltene Tier-, Pflanzen- und Pilzarten nur im lichten Wald leben können.

Auf dem Gebiet des Naturparks wurden Naturwaldreservate ausgeschieden. In diesen wird ganz auf forstliche Eingriffe verzichtet, damit sich der Wald wieder natürlich entwickeln kann. In Sonderwaldreservaten wird gezielt eingegriffen, um bedrohte Arten zu fördern. Dazu gehören vor allem Arten, die viel Licht und Wärme benötigen, wie zum Beispiel die Flechten.

In den Wäldern im Naturpark ist der Anteil an Alt- und Totholz hoch. Das sind wichtige Bestandteile des Waldökosystems, da sie im Lebenszyklus zahlreicher Organismen eine unabdingbare Rolle spielen. Altholz bietet Nistplätze und Nahrung. Später, wenn die Holzreste verrotten und zu Humus umgewandelt werden, stehen die Nährstoffe dem Wald wieder zur Verfügung. Für einen «unordentlichen» Wald gibt es also viele gute Gründe. Für uns Menschen ist der Wald nebst all seinen wichtigen Funktionen wie Wasserspeicher, Sauerstoffproduzent, Schutzwald und Rohstofflieferant ein geschätztes Naherholungsgebiet.

Wir leben hier

Zielarten, die unsere besondere Aufmerksamkeit benötigen

Waldschnepfe

Scolopax rusticola

Portrait

Die Waldschnepfe lebt unauffällig auf dem Waldboden. Dank ihrem schön gemusterten Gefieder ist sie im Falllaub bestens getarnt. Mit ihrem langen, geraden Schnabel sucht sie im Waldboden nach Würmern und Insekten. Über die Lebensweise ist von diesem sehr verborgen lebenden und störungsanfälligen Vogel noch wenig bekannt. Am wahrscheinlichsten lässt sich die Waldschnepfe an einem lauen Frühlingsabend bei der Balz beobachten.

Förderung

Der Naturpark Gantrisch überwacht den Bestand ab 2022 mit jährlichen Monitorings. Bei Bedarf werden Massnahmen zur Verhinderung von Störungen vorgenommen und Sensibilisierungsmassnahmen umgesetzt.

Mehr Infos

Auf folgenden Websites finden Sie weiterführende Informationen zur Waldschnepfe:

Sperlingskauz

Glaucidium passerinum

Portrait

Der Sperlingskauz ist der kleinste Eulenvogel Europas. Obwohl er nur so gross wie ein Sperling ist, jagt er am Tag und in der Dämmerung Kleinvögel. Seine Beute hortet er in Spechthöhlen. Gefriert sein Vorrat im Winter, taut er ihn mit seiner Körperwärme auf und verzehrt ihn dann. Der Lieblingsplatz des Sperlingskauzes sind Wipfel von einzeln stehenden Bäumchen. Um sich vor Räubern zu schützen, trägt er am Hinterkopf ein Scheingesicht. In den weiten Nadelwäldern mit viel Totholzanteil des Gurnigelgebiets fühlt er sich wohl.

Förderung

Jährlich werden Monitorings zur Überwachung der Bestandsentwicklung durchgeführt. Durch diese Erkenntnisse können konkrete Fördermassnahmen bei Bedarf unternommen werden.

Mehr Infos

Auf folgender Website finden Sie weiterführende Informationen zum Sperlingskauz:

Raufusskauz

Aegolius funereus

Portrait

Der Raufusskauz lebt verborgen in dunklen, kühlen und grossen Wäldern. Er brütet in verlassenen Höhlen des Schwarzspechts, die nur im Altholz zu finden sind. Er braucht aber auch offene, unterholzfreie Flächen für die Jagd nach Mäusen. Der Raufusskauz hat einen grossen, runden Kopf. Seine grossen gelben Augen und sein ausgezeichnetes Gehör helfen ihm bei der nächtlichen Jagd. Die Eulenvögel fliegen geräuschlos dank ihren speziellen Federn. Die Füsse des Raufusskauzes sind dicht befiedert – daher sein Name. Er ist an kalte Bergwinter gut angepasst und lässt seinen weithin schallenden Ruf bereits früh im Frühling in noch klirrend kalten Nächten ertönen.

Förderung

Jährlich werden Monitorings zur Überwachung desr Bestandsentwicklung durchgeführt. Weiter wurden künstliche Nisthilfen montiert, damit der Bestand im Naturpark Gantrisch langfristig gesichert werden kann.

Mehr Infos

Auf den folgenden Websites finden Sie weiterführende Informationen zum Raufusskauz:

 

Korallenkugel-träger

Sphaerophorus globosus

Portrait

Der Korallenkugelträger ist eine Flechte. Flechten sind Symbiosen zwischen Algen und Pilzen. Beide profitieren voneinander und liefern sich gegenseitig die benötigten Nährstoffe. Der Korallenkugelträger ist eine Strauchflechte und fällt durch den korallenförmigen Wuchs auf. Die Population der Korallenkugelträger im Naturpark Gantrisch gehört zu den grössten in der Schweiz. Diese Flechte wächst an alten Fichten und Weisstannen. Schützt man diese alten Bäume, schützt man auch diese seltene Flechtenart.

Förderung

Die Habitatbäume stehen unter Schutz. Die Zuständigkeit liegt hier bei der Waldabteilung Voralpen. Der Naturpark unterstützt die Waldabteilung bei Bedarf und informiert die Bevölkerung regelmässig über diese besonderen Vorkommen.

Mehr Infos

Auf folgender Website finden Sie weiterführende Informationen zum Korallenkugelträger:

Schwarzfrüchtiger Kugelträger

Sphaerophorus melanocarpus

Portrait

Der Schwarzfrüchtige Kugelträger ist eine vom Aussterben bedrohte Flechtenart. In der Schweiz sind nur drei Standorte bekannt. Einer davon liegt im Naturpark Gantrisch. Hier kommt die Flechte zwar nur auf drei Bäumen vor, trotzdem stellt dieser Standort die grösste der drei verbliebenen Populationen dar. Diese drei Bäume im Naturpark sind unter Schutz gestellt. Es laufen Versuche, diese Flechtenart auf andere Bäume zu übersiedeln.

Förderung

Die Habitatbäume stehen unter Schutz. Die Zuständigkeit liegt hier bei der Waldabteilung Voralpen. Der Naturpark unterstützt die Waldabteilung bei Bedarf und informiert die Bevölkerung regelmässig über diese besonderen Vorkommen.

Mehr Infos

Auf der folgenden Website finden Sie weiterführende Informationen zum Schwarzfrüchtigen Kugelträger:

Engagement & Erleben

Tipps für Ausflüge & Exkursionen sowie Engagement für diesen Lebensraum

So engagiert sich der Naturpark Gantrisch für den Wald

  • Durch Themenwege werden den Besucher*innen wertvolle Informationen zum Wald vermittelt und auf die Bedürfnisse der Waldbewohner aufmerksam gemacht. Der Naturpark schaut jährlich zu deren Unterhalt.
  • Der Naturpark unterstützt die Forstbetriebe mit Freiwilligengruppen bei Aufwertungsmassnahmen.
  • Mit Baumpatenschaften setzen wir alte, wertvolle Waldbäume in Wert und schützen sie für 25 Jahre . Davon profitieren Waldbesitzer, Waldpate und die Parkbevölkerung.
  • Mit Baumpflanzaktionen werden spezielle Baumarten gefördert – immer wieder helfen viele Landwirt*innen mit.

Das können Sie für diesen Lebensraum tun

  • Auch auf einem Waldspaziergang ist gutes Benehmen wichtig, damit sich die Waldbewohner in ihrem Zuhause trotz unseres Besuchs wohl fühlen. SchweizMobil hat zusammen mit Wald Schweiz und der Arbeitsgemeinschaft für den Wald Benimm-Regeln erarbeitet. Zu sehen sind sie jetzt in einem amüsanten und lehrreichen Wald-Knigge-Video.
  • Wichtige Infos zum Wald und für den Waldaufenthalt finden Sie auch im Faktenblatt “Waldfägz”.
  • Zum Schutz der störungsanfälligen Wildtiere hat das Jagdinspektorat im Gurnigelgebiet verschiedene Wildschutzgebiete definiert, welche im Winter nur auf den gekennzeichneten Wegen begangen werden dürfen. Alle Informationen hierzu finden Sie auf www.wildruhezonen.ch und in unserem Newsbeitrag zu den Wildruhezonen im Gurnigelgebiet.
  • Werden Sie Baumpate/-patin und helfen Sie mit, besondere Bäume im Naturpark Gantrisch zu erhalten:

Infos Baumpatenschaft

Als Pate oder Pat*in eines besonderen Baumes ermöglichen Sie dessen Erhaltung über eine bestimmte Zeitdauer (i.d.R. 20 Jahre). Ihr Beitrag ermöglicht den Ausschluss des Baumes von der Nutzung ohne Einbusse für den Waldbesitzer (70% des Patenschafts-Betrages). Mit den restlichen 30% unterstützen Sie Waldförderungsprojekte im Naturpark Gantrisch.

Wieso eine Baumpatenschaft?

Mit dem Baumpatenschaftsprogramm will der Naturpark Gantrisch die persönliche Beziehung zum Wald fördern und die Aufwertung des Waldes ermöglichen. Alte Bäume mit toten Ästen, Rissen, Moos- und Flechtenbewuchs sind wichtige Lebensräume für viele Arten. Für den Waldbesitzer bedeutet das Stehenlassen dieser Bäume aber eine wirtschaftliche Einbusse. Als Pate oder Pat*in  ermöglichen Sie die Erhaltung eines solchen ökologisch wertvollen Baumes und dem Waldbesitzer den Wald ohne wirtschaftliche Einbusse aufzuwerten.

Was beinhaltet eine Baumpatenschaft?

Die Höhe des Patenschaftsbetrags richtet sich nach drei Kategorien, in welche die Bäume eingeteilt werden. Die Einteilung erfolgt u.a. nach folgenden Kriterien: Durchmesser, Alter, Baumart, besonderes Aussehen. Die Kosten liegen zwischen 1500 und 3500 Franken. Die Verleihung der Patenschaft erfolgt in einem feierlichen Rahmen am Standort des Baumes und Sie dürfen “Ihren” Baum natürlich jederzeit besuchen.

Das wäre auch ein Firmengeschenk an Ihre Mitarbeitenden! Machen Sie mit Ihrer Belegschaft einen Ausflug zu Ihrem Patenbaum, lassen Sie sich die Waldwelt von einer Fachperson erklären und entdecken Sie dabei den Naturpark Gantrisch!

Im Shop können Sie sich über das Kontaktformular für eine Baumpatenschaft anmelden.

Den Wald im Naturpark Gantrisch erleben

Im Naturpark Gantrisch liegen riesige zusammenhängende Waldflächen. Viele Wanderwege führen ihnen entlang oder durch sie durch.

Wer mag sie nicht, die vielen Facetten des Waldes: Der Duft nach frischem Laub oder der weiche Waldboden, die zartgrünen Blätter der Buchen im Frühling, das Herbstlaub oder die verschneiten Tannen im Winter. Das bewusste Wahrnehmen auf einem Spaziergang durch den Wald nennt sich Waldbaden, Entschleunigung im Wald. Mehr dazu erfahren Sie auf unserer Website unter Musse > Entschleunigung und im Beitrag auf srf.ch.

Ausflugstipps

Exkursionen für Schulklassen

Auf spannende Exkursionen entdecken Kinder und Jugendliche das Ökosystem Wald. Unsere Angebote: “Reh, Fuchs, Dachs und Co”, “Geheimnisse im Boden”, “Erlebnistag im Wald”. Mehr Informationen

AUEN

Ein wichtiges Auengebiet sind die Belper Auen an der Aare bei Belp. Auch die beiden Flüsse Sense und Schwarzwasser sind in der ganzen Schweiz als Naturperlen bekannt. Die Flussufer sind zumeist unverbaut und das Wasser sucht sich im breiten Flussbett immer wieder neue Wege. In Auengebieten finden sich sehr unterschiedliche Lebensräume:

  • Fliessgewässer: Da die Flüsse nicht in einem geradlinigen Flussbett geführt werden, sind sie mit einer sehr vielfältigen Fliessgeschwindigkeit und unterschiedlicher Wassertiefe unterwegs. Jedes Tier und jede Pflanze findet im Fluss seine passende Stelle zum Leben.
  • Warme Tümpel: Tümpel entstehen, wenn sich der Fluss einen neuen Weg sucht. Dann bleibt an tieferen Stellen Wasser zurück. Das Wasser in den Tümpeln erwärmt sich schneller und bietet damit wärmeliebenden Arten einen Lebensraum.
  • Kies- und Sandbänke: Der Fluss transportiert Sand und kleine Steinchen. An seichten Stellen setzt sich das Material ab und Sandbänke entstehen. Nur spezialisierte Pflanzen und Tiere können sich dort ansiedeln.
  • Auen- und Hangwald: Der Auenwald wächst entlang des Flusses und besteht vor allem aus Weiden und Erlen. Die Stämme stehen immer mal wieder im Wasser. Bei einem starken Gewitterregen kann es auch passieren, dass Bäume weggerissen werden. Das schafft Platz für neue Pflanzen. Der Hangwald wird wegen den steilen Felsen kaum bewirtschaftet, so bleiben umgefallene Stämme liegen. Das Totholz ist für viele Lebewesen ein idealer Lebensraum.
  • Steile Felsen: Die Flüsse, die früher grosse Mengen Gletscherwasser transportierten, gruben tiefe Schluchten in den weichen Sandstein. An den Felsen können Falken und Kolkraben beobachtet werden. In den Felshöhlen finden Fledermäuse Unterschlupf.

Wir leben hier

Zielarten, die unsere besondere Aufmerksamkeit benötigen

Schlingnatter

Coronella austriaca

Portrait

Die Schlingnatter ist mir ihren 70 cm die kleinste Schlange der Schweiz. Sie lauert Eidechsen und Blindschleichen auf und umschlingt ihre Beute, wie auch ihr Name verrät. Sie lebt an der Sense und war bis vor einigen Jahren noch an der Gürbe anzutreffen. Für uns Menschen ist die Schlingnatter völlig harmlos. Sie ist sehr scheu, lediglich morgens wagt sie sich hervor, um sich auf einem Stein zu sonnen.

Förderung

  • An der Sense bei Plaffeien wurde ein Abschnitt mit Ast- und Steinhaufen aufgewertet. Diese dienen der Schlingnatter als Unterschlupf und erhöhen das Nahrungsangebot.
  • Monitorings und weitere Fördermassnahmen werden an der Sense und an der Gürbe durchgeführt.

Mehr Infos

Auf folgender Website finden Sie weiterführende Informationen zur Schlingnatter:

Flussuferläufer

Actitis hypoleucos

Portrait

Sein Name verrät bereits viel: Emsig läuft der Flussuferläufer entlang steiniger Flussufer und sucht nach Insekten und kleinen Weichtieren. Dabei wippt sein Hinterteil ständig auf und ab. Die Eier, die Steinen zum Verwechseln ähnlich sehen, legt er in flache Kiesmulden am Boden. Sobald Gefahr durch Fressfeinde droht, verhält er sich wie ein verletzter Vogel und schleppt sich theatralisch vor dem Feind her, um von seinem Gelege abzulenken. Der Flussuferläufer reagiert sehr sensibel auf Störungen während der Brutzeit. Vor allem freilaufende Hunde sind ein Problem. In der Schweiz zählt man nur noch rund 100 Brutpaare, wovon um die fünf im Naturpark Gantrisch heimisch sind.

Förderung

Wir helfen dem Flussuferläufer, wenn wir während der Brutzeit (Mitte April – Mitte Juli) beim Spazieren entlang von Flussufern besonders vorsichtig sind: Die kleinen Eier und Küken sind gut getarnt und daher leicht zu übersehen. Daher auf dem Weg bleiben und Hunde an der Leine führen!
Anhand von Informationskampagnen wird die Bevölkerung für die Lebensweise der Flussuferläufer sensibilisiert. Auch die Ranger machen bei ihren Einsätzen an der Sense die Besucher*innen darauf aufmerksam.

Mehr Infos

Auf folgender Website finden Sie weiterführende Informationen zum Flussuferläufer:

Türks Dornschrecke

Tetrix tuerki

Portrait

Diese kleine Heuschrecke erreicht gerade einmal eine Länge von ca. 8 – 11 mm und ernährt sich von Algen und Moosen. Sie stellt hohe Ansprüche an ihren Lebensraum: Sie kommt ausschliesslich im Uferbereich von Gebirgsflüssen vor, welche regelmässig von Hochwasser überflutet und somit von der Vegetation befreit werden. Auch muss der Standort vollständig besonnt sein. Die Türks Dornschrecke ist in der Schweiz vom Aussterben bedroht. Neben vereinzelten Verbreitungsgebieten in Graubünden, im Wallis und im Berner Oberland ist das Sense- und Schwarzwassergebiet der Verbreitungsschwerpunkt in der Schweiz. Sie lässt sich bei uns von März bis November beobachten.

Förderung

Die Türks Dornschrecke ist auf offene Kiesbänke angewiesen. Der Bewuchs von Neophyten gefährdet jedoch diesen Lebensraum. Der Naturpark organisiert und koordiniert regelmässig Landschaftspflegeeinsätze, bei denen die Neophyten in der Auenlandschaft entfernt werden, damit die Kiesbänke offen bleiben.

Mehr Infos

Auf der folgenden Website finden Sie weiterführende Informationen zur Dornschrecke:

Kiesbank-grashüpfer

Chorthippus pullus

Portrait

Der Kiesbankgrashüpfer lebt in intakten Auenlandschaften, welche regelmässig überschwemmt werden. In der Schweiz ist er stark gefährdet, es sind nur noch vereinzelte Verbreitungsgebiete bekannt – im Naturpark Gantrisch kann man ihn lediglich noch an der Sense antreffen. Die Männchen suchen oft erhöhte Singwarten auf, um die Weibchen mit ihrem Gesang zu bezirzen. Der Kiesbankgrashüpfer schläft nicht direkt am Boden, sondern 10 – 30 cm oberhalb des Bodens als Schutz vor Hochwasser.

Förderung

Für den Kiesbankgrashüpfer ist die Bekämpfung der Neophyten-Bestände zentral, da er auf offene Kiesbänke angewiesen ist. Viele Freiwillige leisten hier zusammen mit dem Naturpark Gantrisch einen wertvollen Beitrag.

Mehr Infos

Auf folgender Website finden Sie weiterführende Informationen zum Kiesbankhüpfer:

Deutsche Tamariske

Myricaria germanica

Portrait

Die deutsche Tamariske, ein bodennaher kleiner Strauch mit graugrünen Blättern, ist eine echte Pionierpflanze. Hat ein Hochwasser die Vegetation mitgerissen, keimt die deutsche Tamariske nach nur 24 Stunden wieder aus. Dieses schnelle Keimen ist ihre einzige Chance, denn sie kann sich nicht gegen andere Pflanzen durchsetzen. Überall dort, wo die Deutsche Tamariske wächst, fliesst ein Fluss mit natürlicher Dynamik. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass sie im Mittelland und in den tieferen Alpentälern vielfach ausgestorben ist. An der Sense wächst diese Zeigerpflanze für intakte Auenlandschaften noch an vereinzelten Standorten.

Förderung

Beim Bestand an der Sense handelt es sich um ein bedeutendes Vorkommen der Deutschen Tamariske in den Voralpen. Um die Stabilität der Population zu erhöhen, wird im Rahmen eines Förderungsprojektes des Naturparks eine Wiederansiedlung der Deutschen Tamariske an weiteren Standorten an der Sense und dem Zufluss Schwarzwasser geprüft, ein Wiederansiedlungskonzept ausgearbeitet und umgesetzt. Ziel des Projekts ist die langfristige Sicherung des Vorkommens der Deutschen Tamariske in den Voralpen. Mehr erfahren über das Förderprojekt

Mehr Infos

Auf folgenden Websites finden Sie weiterführende Informationen zur Deutschen Tamariske:

Engagement & Erleben

Tipps für Ausflüge & Exkursionen sowie Engagement für diesen Lebensraum

So engagiert sich der Naturpark Gantrisch für das Auengebiet

  • Ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung des Auen-Lebensraums ist die Bekämpfung der Neophyten. So können offene Flächen im Uferbereich erhalten bleiben. Der Naturpark Gantrisch organisiert in Zusammenarbeit mit den Gemeinden jedes Jahr Einsätze mit Freiwilligen entlang der Sense, des Schwarzwassers und den Nebenflüssen. In Spezialeinsätzen mit Fachleuten werden schwierig zugängliche Steilhänge von Neophyten befreit.
  • Weiter werden Projekte zur Förderung der Schlingnatter und der Deutschen Tamariske umgesetzt.
  • Im Auengebiet rund um die Sense und Schwarzwasser herrscht grosser Nutzungsdruck: Das Gebiet beherbergt eine sehr sensible und schützenswerte Flora und Fauna, aber es ist auch ein beliebtes Naherholungsgebiet. Daher sind Ranger im Gebiet unterwegs, um die Menschen für den wertvollen Lebensraum zu sensibilisieren.

Das können Sie für diesen Lebensraum tun

  • Die Neophytenbekämpfung ist nur dank dem grossen Engagement von Freiwilligen möglich. Dabei engagiert man sich für mehr Natur und erfährt von den Profis viel Spannendes zum Lebensraum. Helfen auch Sie mit! Entweder bei öffentlich ausgeschriebenen Einsätzen oder als Event mit Ihrer Firma oder Ihrem Verein. Mehr Informationen zu den Landschaftspflegeeinsätzen: gantrisch.ch/landschaftspflege.
  • Auch im eigenen Garten sollten keine Neophyten wachsen. Erfahren Sie hier viel Wissenswertes über die Neophyten: “Neophyten – schön, und ganz schön problematisch“.
  • Durch respektvolles Verhalten im Auengebiet helfen wir mit, diesen wertvollen Lebensraum zu schützen. Um bodenbrütende Arten wie z.B. den Flussuferläufer nicht zu stören, sollten im Frühling die Wege nicht verlassen werden. Weitere Tipps finden Sie in der Broschüre “Sense & Schwarzwasser Naherholung“.

Die Auenlandschaft im Naturpark Gantrisch erleben

Entlang der Auengebiete der Sense / Schwarzwasser und der Belper Auen gibt es Spazierwege, von wo aus man die Auenlandschaften überblicken und erleben kann. Besonders im Frühling sollten die Spazierwege zugunsten der bodenbrütenden Arten nicht verlassen werden. Mit einem respektvollen Verhalten gegenüber der Natur und den Wildtieren ist ein “Miteinander” möglich.

Ausflugstipps

  • Schwarzwasser-Sense Schluchtenweg in zwei Etappen, Schwarzenburg – Schwarzwasserbrücke retour: Mehrmals quert die Route die beiden Schluchten oder folgt ihrem Lauf. Grosse eiszeitliche Schmelzwasserflüsse gruben diese imposanten Schluchten ins Molassegestein.
  • Belper Auen mit dem Velo entdecken: Aare-Route, Etappe 3, Spiez–Bern.
  • Die Belper Auen können auch auf dem Spazierweg entlang der Aare entdeckt werden: Karte SchweizMobil.

Exkursionen für Schulklassen

  • Klassen des Zyklus 3 verbringen einen arbeits- und erlebnisreichen Tag beim Landschaftspflege-Einsatz! Fachpersonen und Einsatzleitende des Naturparks Gantrisch begleiten den Einsatz mit Ihrer Klasse. Weitere Informationen
  • Während der Exkursion “Abenteuer Sense” tauchen wir in die Auenlandschaft mit all ihren verschiedenen Lebensräumen und deren Bewohnern ein.

GEBIRGE

Der Gantrisch, der Ochsen, die Kaiseregg und weitere charakteristische Berggipfel bieten eine beeindruckende Kulisse. Die steil aufragenden Felsen aus Kalk- und dem etwas härteren Dolomitgestein bilden die höchste Gebirgskette im Naturpark. Diese Felsflanken, die kargen Böden und die dem Wind ausgesetzten Grate beheimaten hochspezialisierte und seltene Arten. Aufgrund des fortschreitenden Klimawandels sind diese Arten gezwungen, in immer höher gelegene, kühlere Regionen umzusiedeln. Die Gipfel im Naturpark jedoch sind nicht sehr hoch, ein Höhersteigen ist daher kaum mehr möglich.

Wir leben hier

Zielarten, die unsere besondere Aufmerksamkeit benötigen

Alpenschneehuhn

Lagopus muta

Portrait

Das Alpenschneehuhn ist die einzige Vogelart, die im Winter ihr braunes Sommerkleid gegen ein schneeweisses Winterkleid eintauscht. Auch die Füsse des Huhns sind im Winter befiedert und schützen so vor Kälte. Die Winternächte verbringt es in selbst gegrabenen Schneehöhlen. Das Alpenschneehuhn verträgt keine warmen Temperaturen. Daher muss es sich aufgrund der Klimaerwärmung in immer höher gelegene Gebiete zurückziehen. Leider ist das im Naturpark Gantrisch kaum mehr möglich.

Förderung

  • In Zusammenarbeit mit der Vogelwarte führt der Naturpark Gantrisch jedes Jahr ein Monitoring zur Überwachung der Bestände durch.
  • Sensibilisierungsmassnamhen und Ranger-Einsätze helfen mit, Störungen zu verhindern.

Mehr Infos

Auf folgenden Websites finden Sie weiterführende Informationen zum Alpenschneehuhn:

Berner Sandkraut

Arenaria bernensis

Portrait

Das Berner Sandkraut kommt lediglich auf einigen Bergketten der Kantone Bern und Freiburg vor. Im Naturpark ist diese Pflanze ausschliesslich auf der Stockhornkette zu finden. Sie wächst auf ungenutztem alpinem Rasen und bevorzugt Windkanten und Grate mit Nordausrichtung. Durch den Klimawandel ist diese Art stark bedroht: Da sie bereits auf den Gipfeln wächst, kann sie nicht mehr in höhere Lagen ausweichen.

Förderung

Die Bestände werden regelmässig durch den Naturpark in Absprache mit dem Amt für Naturförderung überwacht. Da diese Art vor allem an schwierig zugänglichen Standorten vorkommt und da die Bestände stabil sind, sind aktuell keine weiteren spezifischen Massnahmen zum Schutz nötig.

Mehr Infos

Auf folgender Website finden Sie weiterführende Informationen zum Berner Sandkraut:

Kopfiges Kreuzkraut

Tephroseris capitata

Portrait

Das Kopfige Kreuzkraut kommt fast nur im Naturpark Gantrisch vor. Es handelt sich um eine gut erkennbare Art. Ihr Lebensraum sind alpine Kalkrasen.
Noch weiss man sehr wenig über das Kopfkreuzkraut.

Förderung

Die Bestände werden regelmässig durch den Naturpark in Absprache mit dem Amt für Naturförderung überwacht. Da diese Art vor allem an schwierig zugänglichen Standorten vorkommt und da die Bestände stabil sind, sind aktuell keine weiteren spezifischen Massnahmen zum Schutz nötig.

Mehr Infos

Auf der folgenden Website finden Sie weiterführende Informationen zum Kopfigen Kreuzkraut:

Schneehase

Lepus timidus

Portrait

Der Schneehase kann sich perfekt tarnen: Im Winter ist sein Fell weiss, im Frühling und Herbst grau-braun und im Sommer braun. Schneehasen in freier Wildbahn zu beobachten ist schwierig, wahrscheinlicher ist, dass man seine charakteristischen Spuren entdeckt. Schneehasen sind perfekt an die harten Winterbedingungen im Gebirge angepasst: Ihre stark behaarten Füsse funktionieren wie Schneeschuhe und ihre Ohren und der Schwanz sind kürzer als beim Feldhasen.

Förderung

Verhinderung von Störungen durch Sensibilisierungsmassnahmen und Ranger-Einsätze.

Mehr Infos

Auf folgender Website finden Sie weiterführende Informationen zum Schneehasen:

Engagement & Erleben

Tipps für Ausflüge & Exkursionen sowie Engagement für diesen Lebensraum

So engagiert sich der Naturpark Gantrisch für das Gebirge

  • Durch eine gezielte Besucherlenkung wird die nötige Ruhe für die Wildtiere erwirkt. Um sensible Pflanzen zu schützen, wird der Zugang zu bestimmten Standorten eingeschränkt.
  • Die regelmässigen Monitorings wie zum Beispiel zum Alpenschneehuhn liefern wertvolle Erkenntnisse über den Zustand der Populationen.

Das können Sie für diesen Lebensraum tun

  • Wichtig ist, dass Sie als Besucher*in auch im Gebirge auf den Wegen bleiben. Bei Störungen flüchten Wildtiere und verlieren dabei besonders im Winter überlebenswichtige Energie. Bei wiederholten Störungen im Frühling kann es vorkommen, dass sich die Eltern nicht mehr um den Nachwuchs kümmern können. Die alleingelassenen Jungtiere haben in solchen Situationen keine Chance, zu überleben.
  • Zum Schutz der Wildtiere sollen Hunde im Winter und Frühling an die Leine genommen werden.
  • Wichtig ist auch, dass die Wildtiere nur aus der Ferne beobachtet und nicht mit Drohnen gestört werden.

Unter folgenden Links finden Sie alle wichtigen Informationen:

Die Gebirgslandschaft im Naturpark Gantrisch erleben

Die Gebirgslandschaft im Naturpark Gantrisch ist rau und wunderschön. Hinweis: Viele Routen erfordern Trittsicherheit und entsprechende Wanderausrüstung.

Ausflugstipps

  • Urlandschaft Brecca: Längst geschmolzene Gletscher haben einen einzigartigen Lebensraum für Murmeltiere, Adler und Orchideen geschaffen. In der Urlandschaft mit den Alphütten fühlt man sich wieder eins mit der Natur.
  • Breccaschlund Panoramaweg: Die von Gletschern geformte Urlandschaft Breccaschlund ist faszinierend und zugleich geheimnisvoll.
  • Freiburger Voralpenweg: Einfache Wanderung vom stillen Schwarzsee über den wilden Brecca-Schlund auf den Euschelspass nach Jaun.
  • Wanderung Wasserscheide-Stockhorn: Der Klassiker, von der Wassescheide über den Leiterepass, der Gantischkette entlang zum Stockhorn.
  • Wanderung Wasserscheidi- Leiterlipass- Gantrisch und/oder Schibespitz_ Morgetenpass – Untere Gantrischhütte
  • Diverse Wanderwege im Gebiet der Gantrischkette: Karte SchweizMobil.
    • z.B. Bergwanderung T3/4 unmarkiert von der Birealp über den Nordgrat der Bürgen (Abstieg über den Morgetenpass)
    • z.B. Bergwanderweg auf den Ochsen von Schwefelbergbad über den Louigrat.
  • Diverse Wanderwege im Gebiet der Kaiseregg / Märe: Karte SchweizMobil.
    • Bergwanderung auf die Kaiseregg von der Riggisalp über die Salzmatt
    • Schafarnisch und Märe Bergwanderung vom Muschernschlund (ab Punkt 1191, Parkplatz)
    • Bergwanderung Hohmattli vom Schönenden über die Salzmatt
  • Auf dem Rücken des Schwybergs: Diese Wanderung über den Kamm des Schwybergs bietet herrliche Aussichten.

Exkursionen für Schulklassen

Exkursion “Bei Gämsen und Murmeltieren”: Auf der Exkursion im Gebirge entdecken wir den Lebensraum der hoch spezialisierten Arten und erfahren, welche Anpassungsstrategien sie haben.