Erleben Sie die Dunkelheit

Die Dunkelheit ist für die Menschen und Natur gleichermassen wichtig für das gesunde Fortbestehen. An verschiedenen Anlässen und in den Sternwarten laden wir Interessierte ein, die Nachtlandschaft des Parkes zu erforschen. Belohnt werden sie durch Einblicke in die Tiefe und Schönheit des Universums. Durch die eigene Erfahrung wächst ein tieferes Verständnis für die Natur der dunklen Tageshälfte.

Wieso ist der Nachthimmel über dem Naturpark Gantrisch wichtig?

Durch zu viel künstliche Beleuchtung, sogenannte Lichtverschmutzung, wird die Entwicklung der Tiere, der Natur und des Menschen stark beeinträchtigt. Wir setzen uns für eine Bewahrung des Nachthimmels ein, damit man auch weiterhin direkt aus dem Naturpark Gantrisch die unglaubliche Vielzahl von Sternen mit blossem Auge betrachten kann.

Dazu eignet sich besonders gut die Sternenplattform auf dem Gurnigel.

Seit Jahren bewährt, dient die ehemalige Panzerplattform oberhalb der Stierenhütte den Amateurastronomen aus dem In- und Ausland als Standort zur Beobachtung des Sternenhimmels – 2007 wurde die Swiss Star Party auf dem Gurnigel von der Zeitschrift „BBC Sky at Night Magazine“ durch die Aufnahme in die „World’s Top Ten“ der Teleskoptreffen ausgezeichnet.

Weiter gibt es im Park drei Sternwarten, deren Standort und Beschrieb auf der Karte ersichtlich ist. Öffentlich zugänglich ist die Sternwarte Uecht in Niedermuhlern, welche jeden Mittwoch Abend Führungen für das Publikum anbietet.

Dunkelheit ist für die Artenvielfalt unverzichtbar

Nicole Dahinden, Projektleiterin Nachtlandschaft, war im Juni 2019 zu Gast bei der Sendung “Querfeldeins” des Radios SRF 1. Hören Sie hier die komplette Sendung.

In der Schweiz nimmt die Nachtdunkelheit ab. Grosse natürlich dunkle Gebiet werden seltener. In den letzten 20 Jahren haben laut Bundesamt für Umwelt die Licht-Emissionen um 70% zugenommen. Der Naturpark Gantrisch bietet hier eine Ausnahme.Die Lichtverschmutzung ist für die Natur ein Problem. Künstliches Licht bringt den Tag-Nacht-Rhythmus zahlreicher Lebewesen durcheinander. So verlieren Zugvögel ihren Orientierungssinn. Insekten werden von Kunstlichtern angezogen und sterben. In der Folge reduziert sich für viele Wildtiere das Nahrungsangebot.

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Wie kann ich Lichtverschmutzung reduzieren?

Unnötige Lichtverschmutzung lässt sich verhindern: Wer schon bei der Planung von Beleuchtungen einige einfache Regeln befolgt, macht vieles richtig. Hier eine Checkliste zur Hilfe.

1. Notwendigkeit

BRAUCHT ES ÜBERHAUPT LICHT?

Überprüfen Sie, ob neue oder bestehende Beleuchtungseinrichtungen im Aussenraum überhaupt notwendig sind. Unnötig sind Beleuchtungen insbesondere dann, wenn es zu einer Doppelbeleuchtung kommt. Bei baulichen Veränderungen sollten überflüssige Beleuchtungen rückgebaut werden.

2. Ausrichtung der Leuchten

WO BRAUCHT ES LICHT?

Richten Sie Leuchten grundsätzlich nur von oben nach unten sowie dorthin aus, wo Sie Licht brauchen. So vermeiden Sie, dass Licht in die Atmosphäre abstrahlt. Schützen Sie sensible Gebiete wie Waldränder oder Naturschutzgebiete vor Licht.

3. Technische Massnahmen

WELCHE LAMPEN WERDEN EINGESETZT?

Schirmen Sie Leuchtkörper so ab, dass das Licht nur in die gewünschte Richtung gelenkt wird. Kaufen Sie möglichst nur Leuchten mit einem begrenzten Abstrahlwinkel.

4. Beleuchtungsstärke

WIE STARK MUSS DAS LICHT SEIN?

Passen Sie die Beleuchtungsstärke und -dichte dem Zweck der Beleuchtung an. Reduzieren Sie die Leuchtstärke auf das notwendige Minimum. Unnötig helles Licht führt durch Reflexion nur zu einer zusätzlichen Aufhellung des Aussenraumes.

5. Zeitsteuerung

WANN IST LICHT SINNVOLL?

Dimmen oder löschen Sie Leuchten, die keine Sicherheitsfunktion haben, insbesondere während der Nachtstunden (von 22 bis 6 Uhr). Lassen Sie sicherheitsrelevante Leuchten nur so lange brennen, wie es nötig ist. Beim Zeitmanagement Ihrer Leuchten können Ihnen Zeitschaltuhren und Bewegungsmelder helfen.

6. Zusätzliche Massnahmen

WAS SIE SONST NOCH TUN KÖNNEN.

Setzen Sie möglichst nur Leuchten ein, die gegen das Eindringen von Insekten abgedichtet sind. Ein Boden in einem dunkleren Farbton reflektiert weniger als ein heller Boden. Beleuchtungen sollten ausserdem von langer Lebensdauer und energieeffizient sein.

Download Beleuchtungsrichtlinien für Veranstaltungen
Lichtverschmutzung über dem Naturpark Gantrisch

Lichtverschmutzung im und um den Naturpark Gantrisch (Datenquelle: BAFU/Labes)

Im Zeitrafferfilm Helvetia by Night von Alessandro Della Bella sieht man deutlich, wie die Städte und Dörfer die Wolkendecke von unten anleuchten. In Berggebieten sieht man die Sterne besser und zahlreicher als in den Siedlungsgebieten.

Direkter Blick in den Himmel

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