Kleine Flächen, grosse Wirkung

Garten im Gürbetal

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Ob Balkonkistli, wilde Ecke, Sandlinse oder Schulprojekt: Jeder Beitrag bringt mehr Farbe und Leben ins Gürbetal. Die sechs Beispiele zeigen, wie einfach der erste Schritt sein kann – und wie aus vielen kleinen Ideen gemeinsam etwas Grosses wächst.

Mehr Natur im Dorf muss nicht gross oder kompliziert sein. Schon ein Balkonkistli mit Wildblumen, ein kleiner Steinhaufen oder eine Ecke, die etwas wilder wachsen darf, kann Tieren helfen und Freude machen. Genauso zählen grössere Projekte wie Schul- und Kirchenareale, Gärten oder öffentliche Flächen. Aus den vielen bereits eingereichten Projekten stellen wir sechs Beispiele vor – als Inspiration für eigene Ideen im Garten, auf dem Balkon oder im Dorf.

Garten in Toffen

Toffen: Ein Garten wird wilder

In einem Garten in Toffen wurde aus Rasen Schritt für Schritt eine lebendige Fläche. Eine Wildblumenwiese wurde angesät, der Steingarten mit regionalen Wildstauden bepflanzt. Dazu kamen Beeren, Wildobst und Obstbäume. Im Garten verteilt stehen Vogelbäder, Nistkästen, Steinhaufen und weitere kleine Verstecke für Tiere. Schon im ersten Blühjahr konnten deutlich mehr Vögel, Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten beobachtet werden.

Riggisberg: Neophyten Jagen

In Riggisberg wird das Schulzimmer nach draussen verlegt. Schülerinnen und Schüler der Primarschule helfen mit, invasive Neophyten aus Gärten und von Grundstücken zu entfernen. Der Neophyten-Verantwortliche der Gemeinde meldet passende Einsätze der Schule, danach packen die Klassen während zwei bis vier Lektionen mit an. Für die Kinder ist es ein praktischer Einsatz mitten im Dorf: Sie lernen Pflanzen kennen, arbeiten gemeinsam und sehen direkt, was ihre Arbeit bewirkt. So wird aus einem Umwelteinsatz eine lebendige Schulstunde für mehr einheimische Blumen und Pflanzen.

Riggisberg-Schulklasse am Neophyten jagen
Kaufdorf Sanlinse für Wildbienen

Kaufdorf: Ein kleines Zuhause für Wildbienen

In Kaufdorf zeigt ein kleines Projekt, wie viel schon auf wenig Fläche möglich ist. An einer sonnigen Ecke entsteht gemeinsam mit einem Naturgärtner eine Sandlinse für Wildbienen. Dafür wird Gras abgestochen, Erde ausgehoben, eine Steinschicht eingebaut und Sand aufgefüllt. Viele Wildbienen nisten im Boden – hier finden sie nun einen passenden Platz. Gleich daneben wächst ein kleines Buffet mit Pflanzen wie Andorn, Herzgespann, Mauerpfeffer und Edelgamander.

Burgistein: Sicherer Platz für Schleiereulen

In einem Gürbeschürli in Burgistein hängt ein Schleiereulenkasten. Lange fand der Marder immer wieder einen Weg dorthin. Martin Müller hat deshalb eine neue Lösung umgesetzt: Ein spitz zulaufendes Alublech am Balken sorgt dafür, dass der Marder keinen Halt mehr findet. So bleibt der Kasten besser geschützt. Für die Schleiereulen entsteht ein sicherer Ort zum Brüten – und für die Menschen ein schöner Grund, wieder genauer hinzuschauen, was in und um die Scheune lebt.

Burgistein Nistkasten für Schleiereulen Mardersicher
Garten in Toffen kirchliches Zentrum

Toffen: Grüner Güggel beim Kirchklichen Zentrum

Beim Kirchlichen Zentrum Toffen zeigt der «Grüne Güggel», wie aus guten Vorsätzen sichtbare Schritte werden. Im Rahmen des kirchlichen Umweltmanagements prüfte die Kirchgemeinde ihren Alltag und leitete konkrete Verbesserungen ab. Dazu gehört auch der Aussenraum beim KiZe: Dort wachsen heute Bäume, Obstbäume, Hecken, Sträucher und Wildwiesenblumen. Nistkästen hängen an passenden Orten, Neophyten werden regelmässig entfernt und die Pflege wurde angepasst. So ist ein Begegnungsort entstanden, der Menschen willkommen heisst und zugleich mehr Leben rund ums Gebäude bringt.

Wattenwil: Blühende Insel am Strassenrand

In Wattenwil lag am Strassenrand ein Grünstreifen, der regelmässig gepflegt werden musste und doch wenig hergab. Nun ist daraus eine blühende Grüninsel entstanden. Statt kurz gehaltenem Rasen wächst dort eine Kräutermatte. Sie blüht während eines grossen Teils des Jahres und braucht nach dem Anwachsen nur wenig Pflege. Zweimal jährlich wird mit dem Balkenmäher gemäht. Später sollen noch Steine, ein Wurzelstock oder Äste dazukommen. So zeigt ein einfacher Strassenrand, wie aus einer pflegeintensiven Fläche etwas Schönes für Dorf und Tiere werden kann.

Wattenwil Grüninsel am Strassenrand

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