Wichtiger Erholungs-, Kultur- & Lebensraum

In unserer Newsbeitrags-Reihe dem Thema Wald im Naturpark Gantrisch möchten wir Ihnen den Wald als wichtigen und faszinierenden Lebens-, Erholungs- und Wirtschaftsraum näherbringen. Hätten Sie zum Beispiel gewusst, was genau ein Waldreservat ist?

 

Zwischen Nutzung und Schutz

An warmen Sonntagen besuchen bis zu 250’000 Menschen den Schweizer Wald. Diese Wälder sind heute zu 80% durch Waldwege erschlossen. Erholungsnutzung der Menschen abseits von Wegen bleibt allerdings für Tiere und Pflanzen nicht ohne Wirkung. Durch intensive Erholungsnutzung sind die Bäume und die Bodenvegetation in vielen der Schweizer Wälder erheblich geschädigt.

Waldreservat
Ende 2018 waren rund 84‘000 Hektaren oder 6,3% der Waldfläche der Schweiz als Waldreservate ausgewiesen (Quelle: BAFU). Sie schützen den Wald als natürliches Ökosystem und dienen der Erhaltung der Biodiversität. Waldreservate sind grundsätzlich auf Dauer angelegte Schutzflächen im Wald, die jeweils für eine begrenzte Zeit zwischen Kanton und Waldeigentümern vertraglich gesichert werden (in der Regel auf 50, seltener auf 99 Jahre). In Naturwaldreservaten wird ganz auf forstliche Eingriffe verzichtet, damit sich der Wald wieder natürlich entwickeln kann. In Sonderwaldreservaten wird gezielt eingegriffen, um bedrohte Arten zu fördern. Dazu gehören vor allem Arten, die viel Licht und Wärme benötigen.

Eine Besonderheit im Waldreservat: der Gäggersteg
Der Jahrhundertsturm Lothar hatte im Jahr 1999 den Wald am Gägger fast vollständig zerstört. Im Frühjahr 2000 wurde das Gebiet als Waldreservat ausgeschieden und im Jahr 2005 ein Sturmholzweg, der Gäggersteg, eröffnet. Der Weg führt über das Sturmholz mit seinen wuchtigen Wurzeltellern und lässt den Besucher die natürliche Wiederbewaldung im Reservat hautnah miterleben. Das Totholz bietet vielen Lebewesen eine Lebensgrundlage und trägt zur Biodiversität bei. Mittlerweile sind die nachgewachsenen Bäume und Sträucher bereits wieder stark gewachsen. Deshalb ist der Ausblick vom Steg nicht mehr optimal und das Beobachten der Waldentwicklung ist zunehmend eingeschränkt.
Damit die Ziele des „alten“ Gäggerstegs – das Beobachten der Wiederbewaldung und das Geniessen der Aussicht auf die Gantrischkette – fortgeführt werden können, wird ein neuartiger Aussichtsholzsteg erstellt. Virtuos windet sich der Steg durch die Windwurffläche bis in eine Höhe von 8 Metern über dem Boden. Dank der innovativen Konstruktion aus lokalem Tannenholz übt der Holzbau im Zusammenspiel mit der einzigartigen Landschaft als wichtiges Attraktions- und Inszenierungselement für Besucher des Naturparks eine Leuchtturmfunktion aus. Lesen Sie in der Gantrisch Zeitung, wie der neue Gäggersteg Form annimmt!

Wälder und Bäume als Teil unseres Natur- und Kulturerbes
Wälder und Bäume spielen seit jeher eine grosse Rolle im Leben des Menschen. Sie waren geheimnisvolle Orte, Zeugen der Geschichte, Freiheits- und Gerichtsbäume oder einfach unverzichtbare Nahrungsquelle für Mensch und Tier. Seit Jahrhunderten trotzen sie Wind und Wetter, manche haben gar ein Gesicht. Bäume sind daher oft Bestandteil von Mythen, Sagen, Liedern und Gedichten. Vor allem alte, knorrige Bäume mit dicken, toten Ästen wirken oft in spezieller Weise auf uns Menschen. Ein unberührter Wald mit urigen und abgestorbenen Bäumen versetzt uns in die Welt der Sagen und Märchen. Manche Menschen sind überzeugt, dass in den meist einladenden, manchmal aber auch unheimlichen Gefilden Elfen und andere mythologische Wesen zuhause sind.

Im Naturpark Gantrisch werden besonders alte Bäume gefördert  
Mit der Baumpatenschaft stehen die Baumpaten und die Waldbesitzer für den Erhalt dieser natürlichen Monumente ein. Dafür wird ein über 200jähriger Baum im Naturpark Gantrisch für 20 Jahre zu «Ihrem» Baum: er wird von der Nutzung ausgeschlossen und darf seine wichtige Funktion im Ökosystem Wald weiterhin ausüben. Mit der Baumpatenschaft soll den Waldeigentümern die Möglichkeit gegeben werden, die Bäume zu erhalten und dennoch keine finanziellen Einbussen zu erleiden. Der Erlös aus der Baumpatenschaft geht zu 70 % an den Baumeigentümer und zu 30 % an den Naturpark für nachhaltige Waldprojekte.

 

 

Den vollständigen Artikel mit weiteren spannenden Informationen zum Wald im Naturpark Gantrisch finden Sie in der neusten Ausgabe der Gantrisch Zeitung.

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