Skitourismus im Gantrisch – Gefahren und Chancen

Die Klimaerwärmung zwingt die Skiregionen in tieferen Lagen zunehmend in die Knie – das bedeutet aber nicht automatisch das Ende

Die Saison 2020/2021 ist eine der schneereichsten der letzten Jahre. Durchschnittlich werden die Schneetage aber von Jahr zu Jahr weniger. Skilifte in Höhengraden wie dem Gantrischgebiet haben es nicht einfach, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Wie soll das weiter gehen? Stephan Lanz, Präsident Verein Wintersport Gantrisch, im Interview.

Hinter jeder Gefahr verbirgt sich bekanntlich eine Chance. Bewährtes und Beliebtes hat lange problemlos funktioniert, viel freiwilliges Engagement steckt dahinter. Doch ohne Schnee schwankt auch der Skiliftbetrieb. Stefan Lanz, wie geht es den Skiliftbetreibern heute?
Bereits 1956 gab es wenig Schnee, Schwankungen kamen immer wieder vor. Trotzdem ist es nicht von der Hand zu weisen: Die Klimaerwärmung ist da und übt grossen Einfluss auf das weitere Bestehen der Skilifte aus.

Daran hängen ja auch einige Jobs von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern?
Das ist so. Alle haben einen besonderen Bezug zur Region – sie sind hier aufgewachsen, wollen etwas für die Region tun, es ist für sie wie ein Hobby.

Was steckt hinter der Idee des Vereins Wintersport Gantrisch?
Die Zusammenarbeit unter allen Wintersportbetrieben der Region (Ottenleuebad, Gurnigel Wasserscheide, Gurnigelbad, Rüschegg, Riffenmatt, Selital) soll gefördert werden. Daraus ist nun bereits der Gantrisch-Schneepass entstanden. Wir wollen näher zusammenkommen. Angebotsmässig ist das kein Problem, operativ eher schon, weil die Gebiete relativ weit auseinander liegen.

Und dabei kann bestimmt auch der Naturpark Gantrisch unterstützen?
Auf jeden Fall. Die Zusammenarbeit hat sich stark intensiviert, vor allem im touristischen Bereich sind wir weiter als jemals zuvor, das ist sehr gut. Die Region soll immer mehr als Region auftreten. Und dazu trägt der Naturpark Gantrisch enorm bei, auch im Hinblick auf die Kommunikation.

Welche Chancen und Neuausrichtungen sehen Sie für die Region?
Im Winter könnte der Langlaufsport zunehmen, ebenso Winterwandern oder Schneeschuhlaufen. Denn dafür braucht es nicht so viel Schnee und wenig Unterhalt. Im Sommer könnten allenfalls Angebote mit den Alpweiden entwickelt werden, was jedoch wegen der vielen Moorschutzgebiete im Gantrischgebiet eine Herausforderung sein könnte.

Wäre es so möglich, die Mitarbeitenden weiterzubeschäftigen?
Man könnte versuchen, die Leute umzupolen, zum Beispiel im Winter im Einsatz am Skilift, im Sommer im Einsatz beim Gäggersteg. Diese Synergien werden zum Teil heute schon genutzt.

«Das grosse Engagement der Freiwilligen ist enorm wichtig für den Tourismus in der Region. Wir möchten dieses unbedingt beibehalten, allenfalls sogar ausrichten auf andere Angebote der Region», so Raphael Zahnd, Projektleiter Angebotsentwicklung Naturpark Gantrisch.

Priska Iseli, Projektmitarbeiterin Naturpark Gantrisch

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