Naturpark bringt die Region voran

Neue Zahlen belegen die Wirkung des Naturparks Gantrisch auf den Tourismus in der Region

Mittels einer einjährigen Studie konnte die ETH Zürich die Wertschöpfung für vier Regionale Naturpärke in der Schweiz ermitteln, wovon einer der Naturpark Gantrisch war. Ausgewertet wurden über 1400 Fragebogen und die Aktivitäten des Naturparks Gantrisch bringen total eine Wertschöpfung von rund 7,3 Millionen Franken. Die neue Studie gibt auch wertvolle Hinweise zur weiteren Ausgestaltung der Angebote im Parkgebiet.

Das Benchmarking mit den Naturpärken Binntal, Parc Jura vaudois und Parc Ela zeigt Parallelen auf, macht aber auch individuelle Stärken sichtbar. Im Naturpark Gantrisch sind wir zufrieden mit den Resultaten, sie zeigen, dass mit der Kommunikation die richtigen Zielgruppen angesprochen werden und wir mit der Strategie auf dem richtigen Weg sind.

Wichtigster Wert: intakte Landschaft

95 % der Gäste des Naturparks Gantrisch kommen aus der Schweiz, reisen mit der Familie oder zu zweit an, sind zu Fuss, per Bike oder Ski unterwegs und geben durchschnittlich 20 Franken am Tag aus. Die im Durchschnitt 50 Jahre alten Besucher*innen des Naturparks Gantrisch schätzen die gute Erreichbarkeit, die Ruhe und die landschaftliche Schönheit. Der Anteil an Tagesgästen beträgt im Sommer 85 %, im Winter 93 %. Der Parkfaktor (Anreise wegen des Parks als «Marke») bleibt mit rund 15 % konstant. Bei der Ausgestaltung weiterer Angebote steht deshalb ein «sanfter» Tourismus im Zentrum.

Starker Wirtschaftsmotor

Im Vergleich zu den eingesetzten öffentlichen Geldern entspricht die parkinduzierte touristische Wertschöpfung durchschnittlich dem 4-fachen der Investitionen. Die Aktivitäten des Naturparks Gantrisch bringen total eine Wertschöpfung von rund 7,3 Millionen Franken. Dies ist ein Erfolg, denn die Zahl zeigt, dass die rund 1,5 Mio Franken an Beiträgen der öffentlichen Hand an den Naturpark bereits mit der touristischen Wertschöpfung mehr als wettgemacht werden. Die gesamte touristische Wertschöpfung in der Region wird auf 47,7 Millionen Franken beziffert.

Pendenzen: Internet, öffentlicher Verkehr

Aufgrund der Studie wollen wir weitere Angebote schaffen, die kostenpflichtige Aktivitäten und Übernachtungen einschliessen. Werden diese zur Zufriedenheit unserer Gäste umgesetzt, wird automatisch mehr Nachfrage im Park generiert. Dabei setzen wir auf die elektronische Verfügbarkeit von aktuellen Angeboten und Hintergrundinformationen. Ein grosses Potenzial liegt im Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Wir hoffen, dass Postauto Schweiz das Potenzial des Gurnigelgebiets erkennt und die Kurse ausbaut. Damit könnte auch der Anteil von Anreisen mit dem Auto reduziert werden.

Wir sind zuversichtlich, dass mit der Stärkung der «Marke» Naturpark die parkinduzierte Wertschöpfung weiter gesteigert werden kann. Diesbezüglich soll die Präsenz im Parkgebiet ausgebaut werden, etwa durch die personelle Besetzung von Infopoints an hochfrequentierten Tagen durch Auskunftspersonen mit einem engen Bezug zur Region.

Informationen zur Studie

Die vorliegende Untersuchung entstand im Rahmen eines Innotour-Projekts, gefördert vom Staatsekretariat für Wirtschaft SECO. Das Projekt wurde vom Netzwerk Schweizer Pärke angeregt und in enger Zusammenarbeit mit der ETH Zürich und den vier Pilotpärken Landschaftspark Binntal, Parc Ela, Naturpark Gantrisch und Parc Jura vaudois umgesetzt. Im Projekt konnten wichtige Grundlagen für zukünftige Gästeumfragen in Pärken geschaffen werden.

Beitrag Radio BEO vom 3. November 2018

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