Nachhaltige Tourismusentwicklung durch Studierende

25 angehende Tourismusfachleute von der Höheren Fachschule für Tourismus aus Thun haben in der vergangenen Woche die Region Naturpark Gantrisch unter die Lupe genommen. Während einer Woche durften die Studierenden praktische Erfahrungen in der nachhaltigen Tourismusentwicklung machen. Der Verein Bike Region Voralpen zusammen mit Schwarzsee Tourismus und dem Naturpark Gantrisch haben fünf konkrete Aufträge formuliert. Die Studierenden hatten in der Folge eine Woche Zeit, um Lösungen und Konzepte zu erarbeiten. Diesen Freitag war die grosse Präsentation der Arbeiten im Campus Schwarzsee.

Eine Gruppe hatte die Aufgabe, die Region als nachhaltige Familiendestination zu positionieren. Die Studierenden stellten bei der Arbeit fest, dass es im Naturpark Gantrisch eine Vielzahl von spannenden Attraktionen und Angeboten für Familien gibt, diese jedoch nicht genügend vernetzt sind. Ihre Lösung: Die Familienangebote sollen als einheitliches Paket in einer separaten Broschüre mit Erlebniskarte verknüpft werden. Den Kindern winkt zudem eine Belohnung, wenn Sie beispielsweise fünf von acht Angeboten genutzt haben. So sollen Familien motiviert werden, pro Besuch mehrere Angebote zu nutzen respektive mehrmals die Region zu besuchen. Zudem soll die regionale Wirtschaft in die Angebotsentwicklung mit einbezogen werden.

«Entscheidungen von heute prägen die Zukunft von morgen». Unter diesem Motto startete die Gruppe zum Thema nachhaltige Mountainbike Destination. Diese präsentierte einen 10-Punkte Plan, wie die Region Naturpark Gantrisch und Schwarzsee sich als nachhaltige Mountainbike Region entwickeln und positionieren kann. Die Checkliste kann nicht nur übergeordnet als ganze Destination genutzt werden, sondern es können auch einzelnen Angebote und Infrastrukturen anhand der erarbeiteten Checkliste auch Nachhaltigkeit geprüft werden. Die Gruppe hat zudem vorgeschlagen, dass in der Region vermehrt bestehende Infrastrukturen nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer für Mountainbikung genutzt werden können. Beispielsweise das Gelände der Eispaläste Schwarzsee könnte von Frühling bis Herbst als Bikepark genutzt werden. Für solche Lösungen bräuchte es gemäss den Studierenden das Engagement und den Einbezug der ganzen Region.

Eine weitere Gruppe hat ein Konzept für ein mehrtägiges Gravelbike Erlebnis im Dreieck zwischen Bern, Freiburg und Thun mit Übernachtungsmöglichkeiten im Naturpark erarbeitet. «Gravelbike ist ein grosser Trend und hilft die lokale Wirtschaft anzukurbeln» sagte dazu eine Studentin aus dieser Gruppe. Die beiden weiteren Gruppen haben je ein Betriebskonzept zur Revitalisierung des Ferienhauses Fuchses Schwyberg sowie Massnahmen zur Steigerung der Logiernächte und dem Absatz von regionalen Produkten bei den Gruppenhäusern erarbeitet.

Das Intensivseminar hat vor allem eines aufgezeigt. Die Studierenden sind ausnahmslos überzeugt, dass nachhaltige Tourismusentwicklung nur funktioniert, wenn sowohl wirtschaftliche, gesellschaftliche wie auch naturbezogene Themen im Gleichgewicht sind und alle Akteure konstruktiv zusammenarbeiten. Dazu Raphael Zahnd, Leiter Tourismus im Naturpark Gantrisch: «Der Nachwuchs im Tourismus ist enorm wichtig. Ebenso wichtig ist es auch, dass Nachhaltigkeit zentraler Faktor in der Tourismusentwicklung wird. Als Naturpark Gantrisch war es uns deshalb ein Anliegen, den Studierenden eine Plattform zu bieten, um an konkreten Problemstellungen der nachhaltigen Tourismusentwicklung zu arbeiten und in die Thematik einzutauchen.». Die positive Stimmung im Präsentationssaal beweist, dass dies gut funktioniert hat.

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