Bewusste Verlangsamung

Mit „Entschleunigung“ wird umgangssprachlich ein Verhalten beschrieben, aktiv der beruflichen und privaten Beschleunigung des Lebens entgegenzusteuern, d.h. wieder langsamer zu werden oder sogar zur Langsamkeit zurückzukehren. Dabei geht es nicht um Langsamkeit als Selbstzweck, sondern um angemessene Geschwindigkeiten und Veränderungen in einem umfassenden Sinn: im Umgang mit sich selbst, mit den Mitmenschen und mit der umgebenden Natur. Die schnelllebige Welt bietet wenig Beständigkeit und Zeit zum Durchatmen. Zeit wird zum kostbaren Gut.

Entschleunigungsrundweg „Musse:um“

Sich Zeit zu nehmen und einfach mal einen halben Tag nichts tun ist mittlerweile ein Luxus, den viele Leute sich nicht mehr leisten können. Damit man das wieder üben kann, haben wir mit dem Entschleunigungsrundweg „Musse:um“ ein einzigartiges Angebot geschaffen um sich im Nichtstun zu üben.
Auf dem 5,3 km langen Rundweg, stehen verschiedene Bänke der Marke Bluetrail, wo neben dem Naturerlebnis die aktive Entspannung zum Zug kommt. Dem Besucher werden Übungen vorgeschlagen, mit denen Verspannungen gelöst, eine ruhigere Atmung gefördert und die Wahrnehmung verbessert werden können. Dabei führt der Weg durch die wunderbaren Landschaftsräume zwischen dem Taveldenkmal (Bütschel-Gschneit oberhalb von Riggisberg) und dem Ausflugsziel Bütschelegg.

Link zum Musse:um
Musse

Abschalten

Bluetrail Abschalten

Konzentration

Bluetrail Konzentration

Kopfweh

Bluetrail Kopfweh

Augenmüdigkeit

Bluetrail Augen

Schulterverspannung

Bluetrail Schulterverspannung

Nackenstarre

Bluetrail Nackenstarre

Rückenschmerzen

Bluetrail Rückenschmerzen

Magenbeschwerden

Bluetrail Magenbeschwerden

Nervosität

Bluetrail Nervosität

Kreislaufbeschwerden

Bluetrail Kreislauf

Müdigkeit

Bluetrail Müdigkeit

Aggressionsstau

Bluetrail Aggressionsstau

Denkblockade

Bluetrail Denkblockade

Entspannungsübungen für zwischendurch

Diese von Bluetrail konzipierten, einfachen Alltagsübungen wurden so ausgewählt, dass sie auch unterwegs gemacht werden können. Der Weg zwischen den Bänken auf dem Musse:um eignet sich dafür. Man kann diese Übungen aber auch im Alltag unterbringen, sobald man sich verspannt oder gestresst fühlt.

Landschaft mit allen Sinnen wahrnehmen

Die Sinne verbinden uns mit der Welt um uns herum. Entschleunigung lässt die Sinne entfalten, wodurch sich das Landschaftserlebnis steigert. Jede Landschaft bringt eine Fülle an Möglichkeiten der Sinneswahrnehmung mit sich. Wer sich auf seine Sinne einlässt, schult seine Aufmerksamkeit und wird mit einem umfassenden Landschaftsbild belohnt. Erst die Kombination aller Sinne macht Landschaft lebendig.

Quelle: Guggisberg J., 2017: Landschaft wahrnehmen mit allen Sinnen. Ermittlung landschaftlicher Sinnerlebnisse am Beispiel Naturpark Gantrisch. Individuelles Vertiefungsprojekt am Institut Landschaftsarchitektur der Hochschule Rapperswil (HSR).

Schmecken

Der Geschmackssinn wird selten mit der Landschaft in Verbindung gebracht, obwohl uns diese mit Nahrungs- und Heilmittel auf vielfältige Weise versorgt. Neben landwirtschaftlichen Produkten gibt es zahlreiche essbare Wildpflanzen. An der Landschaft lässt sich auch der Weg unserer Nahrungsmittelherstellung erkennen.

Geschmackserlebnisse im Naturpark Gantrisch

Übung zur Sinneswahrnehmung: Geschmackstest

Die Umgebung beeinflusst das Aroma. Achten Sie bei Ihrem nächsten Picknick genau auf den Geschmack. Experimentieren Sie auch mit geschlossenen Augen oder zugehaltener Nase.

Riechen

Der Geruchsinn kann eine Landschaft an ihrem Duft erkennen. Erde, Pflanzen, Tiere, Menschen und anorganische Materialien erzeugen diese charakteristischen Duftgemische. Gerüche werden im Erinnerungszentrum des Gehirns gespeichert, weshalb bestimmte Düfte Gefühle auslösen und sogar vergessen geglaubte Erinnerungen wiedererwecken können.

Landschaftliche Düfte durchs Jahr erleben im Naturpark Gantrisch

  • Im Frühling die Kräuter im Garten der Oberbalmer Landfroue oder den Bärlauch im Buchenwald
  • Im Sommer das Heu, das auf den Wiesen trocknet
  • Im Herbst den Chabis-Geruch im Gürbetal während der Ernte und der Chabis-Hoblete
  • Im Winter den Duft nach Harz und frisch geschlagenem Holz der grossen Nadelwälder

Übung zur Sinneswahrnehmung: Schnuppernd innehalten

Bleiben Sie auf Ihrer Wanderung zwischendurch stehen, schliessen Sie die Augen. Atmen Sie tief ein und aus. Was für Düfte liegen in der Luft?

Fühlen

Der Tastsinn fühlt Temperatur und Feuchtigkeit einer Landschaft über die Haut. Formen und Oberflächen werden von uns mit Händen und Füssen erkundet. Berührungen können aktiv durch uns selbst erfolgen oder durch die Natur mittels Wind, Sonnenstrahlen, Regen oder Schnee.

Landschaft fühlen und ertasten im Naturpark Gantrisch

  • Barfusswege in Riggisberg und Schwarzenburg
  • Massagebank auf dem Entschleunigungs-Rundweg
  • Flussufer von Sense und Schwarzwasser
  • Klettersteig Gantrisch

Übung zur Sinneswahrnehmung: Formen legen

Sammeln Sie Materialien wie z.B. Kiesel und verbinden Sie sich dann die Augen. Legen Sie mit Ihrer Sammlung eine geometrische Grundform (ohne Abstände) aus.

Hören

Der Gehörsinn nimmt die Landschaft durch Klänge und Geräusche wahr, die durch verschiedene, am Ort auftretende akustische Ereignisse entstehen. Eine Landschaft ändert ihren Klang je nach Temperatur, Feuchtigkeit, Jahres- und Tageszeit. Klänge und Geräusche vermitteln Distanzen und helfen der Orientierung.

Der Landschaft lauschen im Naturpark Gantrisch

Übung zur Sinneswahrnehmung: Geräuschekarte

Mit Stift und Papier oder in Gedanken: versuchen Sie die Geräusche die Sie während 5 min wahrnehmen räumlich einzuordnen. Dabei stellen Sie sich selbst als Zentrum dar. Verwenden Sie Symbolen, Worten und Farben.

Sehen

Der Sehsinn vermittelt uns Farbe, Form, Licht, Struktur, sowie Raum und Distanz. Besonders geometrische Formen und strukturierte Kulturlandschaften werden von vielen Menschen als harmonisch und schön empfunden. Linien in Form von Wegen, Flüssen, Feldern und Bergprofilen am Horizont wirken richtungsgebend.

Landschaften sehen und bestaunen im Naturpark Gantrisch

  • Wandern auf dem Gantrisch Panoramaweg oder Gürbetaler Höhenweg
  • Aussichtspunkte wie das Taveldenkmal, die Bütschelegg oder das Guggershörnli
  • Vielfältige Landschaftstypen
  • Sternenhimmel im Naturpark Gantrisch

Übung zur Sinneswahrnehmung: Formen zählen

Achten Sie auf einer Wegstrecke auf die unterschiedlich auftretenden Formen in der Umgebung und zählen Sie diese. Das Zählen lässt Sie eine innere Ruhe verspüren.