Invasive Neophyten – ganz schön problematisch

Was blüht denn in meinem Garten?

Der Frühling ist bald vorüber und der Sommer steht bereits vor der Tür. Dies ist die Zeit, in der die Natur sich voller Leben ist. Doch wissen Sie eigentlich, was da gerade alles in ihrem Garten zu neuem Leben erwacht ist? Denn leider schleicht sich hin und wieder etwas in unseren Garten, von dem wir gar nicht wussten, dass er hier nicht hingehört: sogenannte Neophyten (neos = neu; phyton = Pflanze).

Die meisten Neophyten stellen kaum ein Problem dar, wie wohl der berühmteste Vertreter schön aufzeigt. „Unser“ Geranium, welches von fast jedem Balkon grüsst, ist nämlich keineswegs urschweizerisch, sondern wurden im 17. Jahrhundert für den englischen König nach Europa gebracht und danach auch irgendwann in die Schweiz. Es kommt ursprünglich nur in Südafrika und Namibia vor. Das typisch schweizerische Balkon-Geranium ist also ein Neophyt, stellt aber mit der Ausnahme, dass es für unsere Insekten völlig nutzlos ist, kein weiteres Problem dar. Die einheimischen Arten hingegen bieten vielen Insekten, Schmetterlingen und Vögeln eine wichtige Nahrungsgrundlage und Lebensraum.

Sie riechen gut, sind schön und ganz schön problematisch sind sie auch: Invasive Neophyten

Nun gibt es aber auch Neophyten, denen es hier so gut gefällt, dass sie sich hier dermassen schnell vermehren und ausbreiten, dass unsere einheimischen Arten nicht mithalten können und verdrängt werden. Eine solche Art wird dann als invasiver Neophyt bezeichnet und kann bis weit ausserhalb Ihres Gartens grossen Schaden anrichten. Leider werden die sogenannten «Problempflanzen» trotz der negativen Auswirkungen auf die einheimischen Tier- und Pflanzenarten häufig immer noch von Gärtnereien verkauft.

Problem für einheimische Arten

Sind solche invasiven Neophyten einmal aus dem Garten entkommen und breiten sich in der Umgebung aus, sind sie nur noch schwer zu kontrollieren und können neben den häufigen ökologischen Schäden auch gesundheitliche Probleme sowie ökonomische Verluste verursachen. Vor allem in den Auengebiete der Sense und Schwarzwasser werden diese fremden Pflanzen zu einem riesigen Problem. Die seltenen und äusserst wertvollen einheimischen Pflanzen werden verdrängt und den Insekten, Schmetterlingen und Vögeln fehlt das Nahrungsangebot. Seit 2009 leistet der Naturpark Gantrisch deshalb jährlich zahlreiche Einsätze mit Freiwilligengruppen, Zivildienstleistenden und Asylsuchenden, um die Ausbreitung der invasiven Neophyten einzudämmen.

Die wichtigsten sechs Neophyten, die im Naturpark Gantrisch vorkommen, sind:

  1. Japanischer Staudenknöterich (auch Stangenknöterich genannt)
  2. Chinesischer Sommerflieder
  3. Westasiatischer Kirschlorbeer
  4. Kanadische Goldrute
  5. Nordamerikanischer Essigbaum
  6. Drüsiges Springkraut

 

Alle wichtigen Informationen finden Sie zusammengefasst auf unserem Flyer über Neophyten.

Im den nächsten Newsbeiträgen erfahren Sie, wie Sie Neophyten erfolgreich bekämpfen und welchen Beitrag Sie zur Biodiversität in Ihrem Garten leisten können.

 

Weiterführende Informationen

Auf der Website von Infoflora finden Sie weitere spannende Informationen.

Es wird auch eine Liste der Neophyten in der Schweiz geführt: Schwarze Liste (Massnahmen erforderlich) und Watch List (Beobachtung) Download PDF

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