Innovationspreis – Gesellschaft

Letztes Jahr gewann die Dittligmühle mit dem Projekt Schaumühle den Innovationspreis des Naturpark Gantrisch in der Kategorie Gesellschaft. Ein Projekt, das Carmen Bezençon und ihr Team in langer Arbeit ausgetüftelt haben. Ab 31. März 2019 darf besucht, zugeschaut und gelernt werden.

Es ist Mahl-Zeit in der Dittligmühle in Längenbühl: Die Maschinen laufen, es rattert und dröhnt, das Korn – es stammt zu 100 % aus der Region – wird gereinigt, gemahlen, zu Backmischungen veredelt und verpackt. Währenddessen steigen die Besucher treppauf und treppab durch die Mühle und lassen sich von Infotafeln erklären, was bei jedem Schritt geschieht. Ein Animationsfilm zu Beginn des Weges hat bereits aufgezeigt, was im Inneren der Maschinen, Rohre und Silos genau passiert.

Einzigartige Schaumühle

Die Dittligmühle ist eine moderne Mühle: Der einzige Betrieb dieser Art in der Schweiz, den man besichtigen kann – nicht als Museum oder nur an den Wochenenden, sondern vor allem auch dann, wenn in der Mühle gearbeitet wird. Die Schaumühle eignet sich für spontane Besuche: Es ist keine Voranmeldung nötig, und die Besucher können selber entscheiden, wie lange sie in der Mühle verweilen wollen.Geschäftsführerin Carmen Bezençon empfiehlt, mindestens eine Stunde für den Besuch zu reservieren, der sich vor allem an Erwachsene richtet. «Die Mehlherstellung ist hochkomplex, und der Film und die Infotafeln sollen diesen Prozess veranschaulichen und einem interessierten Publikum zugänglich machen.» Wer nach der Besichtigung Lust verspürt, selber zu backen, kann sich im Goldkorn-Shop mit diversen Mehlmischungen oder Müesli eindecken. Hungrige und Durstige können zudem das Bistro «Irmas Mahlwerk» besuchen: An Wochenenden wird ein Getreide-inspiriertes Mittagsmenu serviert. Im Bistro findet man dann auch noch alte Mahlsteine und anderes Gerät, wie es früher in der Mühle verwendet wurde.

Herkunft als Potential

Innovationsfreude steckt den Wengers im Blut: Die Mühle ist schon in der 7. Generation im Familienbesitz. Viel Begeisterung und Herzblut fliessen jeweils in neue Projekte. Carmen Bezençon ist sich über die ökonomische Notwendigkeit von Innovationen im Klaren: «Ein Betrieb wie der unsere kann nur funktionieren, wenn er sich laufend weiterentwickelt. Wir sind eine der kleinsten Mühlen der Schweiz und wir können preislich nicht mit Industriemühlen mithalten. Unsere Produkte müssen einen Mehrwert haben, indem sie eine Geschichte erzählen oder ein Erlebnis ermöglichen. Die Leute interessieren sich zunehmend dafür, woher Produkte stammen, und dies ist die grosse Chance für uns – und für die Region.» Denn die Dittligmühle und der Naturpark: Die beiden Namen tauchen oft gemeinsam auf. «Stimmt, das ist mir noch gar nicht aufgefallen», sagt Carmen und lacht. «Der Naturpark ist für uns ein Glücksfall. Früher konnten wir Auswärtigen kaum erklären, wo die Dittligmühle liegt. Heute genügt es, wenn wir den Naturpark Gantrisch erwähnen, und die Leute haben ein Aha-Erlebnis. Für die Vermarktung ist dies entscheidend.»

Carmen sieht noch viel Potential in der Region. Der Naturpark ist aus ihrer Sicht eine ideale Plattform, um Projekte jeder Art bekannt zu machen. Persönlich profitiert sie vom Netzwerk des Naturparks. «Bei verschiedensten Gelegenheiten treffe ich auf spannende Leute; es entstehen Verknüpfungen von Ideen, auf die ich alleine nie gekommen wäre. Das finde ich enorm inspirierend. Ich hoffe, dass bei der Abstimmung nächstes Jahr eine Mehrheit der Bevölkerung den Mehrwert des Naturpark Gantrisch würdigt, so dass der Park auch langfristig eine gesicherte Zukunft hat.» (Gantrisch Post)

Post A Comment