Neue Geschäftsleiterin Naturpark Gantrisch

«Die Magie liegt im Mitenang»

 

Nach anderthalb Jahren als Bereichsleiterin Wirtschaft übernimmt eine weltgewandte Gürbetalerin die Geschäftsleitung des Naturparks Gantrisch.
Lydia Plüss

Lydia Plüss

Lydia Plüss ist nach mehreren Auslandsjahren in ihre Heimat zurückgekehrt. Ihren Einsatz für nachhaltige Entwicklung führt sie statt in Zentralasien seit fünf Jahren im Naturpark Gantrisch fort. Die 43-jährige Agronom-Ingenieurin wohnt mit ihrem Partner in Wabern.

Lydia Plüss, Sie waren die letzten zehn Jahre für die Helvetas im Bereich internationale Zusammenarbeit tätig. Was führte Sie zum Naturpark?
Vor rund fünf Jahren merkte ich, dass mir meine Wurzeln wichtig sind und ich mich gern vor Ort engagiere. Ich arbeite gern mit Menschen zusammen – lieber direkt, als wenn sie zwölf Flugstunden entfernt wohnen. Die Schweizer Pärke erregten meine Aufmerksamkeit, weil sie nachhaltige Entwicklung ins Zentrum stellen und gleichzeitig regional stark vernetzt sind. Diese breite Zusammenarbeit unter verschiedenen Akteuren gefällt mir. So stieg ich im Sommer 2015 als Projektleiterin für Innovationsprojekte beim Naturpark Gantrisch ein, als nebenberufliches Engagement. Ab Juli 2019 waren Sie Bereichsleiterin Wirtschaft.

Auf welche wichtigsten Projekte schauen Sie zurück?
Nebst dem Weiterentwickeln der regionalen Produkte ist die Gantrisch Card zu erwähnen, die in Zusammenarbeit mit Gewerbevereinen und der GantrischPlus AG zustande kam. Ausserdem die Begleitung des Projekts Alpkäserei Gurnigel und die Mitfahrpunkte, welche nächstes Jahr lanciert werden.

Sie sind bereits seit fünfeinhalb Jahren für den Naturpark tätig. Was wird für Sie als Geschäftsführerin neu?
Es ist in der Tat ein grosser Vorteil, dass ich das Team und viele Partner bereits kenne und sie mich. So bin ich auch als Geschäftsführerin nicht allein – Strategien und Akzente werden gemeinsam mit Team, Vorstand und Trägergemeinden ausgearbeitet. Wir schreiben die Geschichte zusammen. Trotzdem kenne ich noch längst nicht alles. Ich werde mich einarbeiten müssen fast wie eine externe Person.

Was gefällt Ihnen besonders an der Arbeit des Naturparks?
Der Naturpark befindet sich nicht im luftleeren Raum – es ist ein Netzwerk, wir sind getragen von den Gemeinden. Ich mag den Austausch und die Zusammenarbeit mit den verschiedensten Partnern und Akteuren. Im «Mitenang» liegt für mich die Magie. Manchmal dauert es zwar länger, bis eine Lösung entsteht, dafür ist sie nachher tragfähig.

Inwiefern haben Sie die Jahre in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit für die neue Aufgabe vorbereitet?
Ich habe immer und an verschiedensten Orten auf der Welt mit Bauern, Gemeinden und Firmen zusammengearbeitet. Mir fiel auf, dass diese Leute – ob in Südamerika, in Zentralasien oder in der Region Gantrisch – ein Verständnis für Selbstbestimmung haben sowie einen starken Gestaltungswillen.

Welche Herausforderungen und Projekte gehen Sie und Ihr Team in den nächsten Jahren an?
Nach wie vor gilt es, vor allem als Vermittler, Plattform und Unterstützung für die Gemeinden und weiteren Partnerinnen und Partner da zu sein. Wir haben dabei oft eine Moderationsfunktion und sind Bindeglied. Bei allen Projekten ist es wichtig, die drei Pfeiler Umwelt, Wirtschaft sowie Gesellschaft in Balance zu halten.

Können Sie einige anstehende Aufgaben benennen?
Konkret werden wir vermehrt in die Sensibilisierung auf verschiedenen Ebenen investieren. Und gerade im Bereich Mobilität können wir die Probleme als Park nicht lösen. Diese müssen mit den Gemeinden, dem Kanton und dem Bund sowie weiteren Partnern angegangen werden. Wir können aber kreativ sein und Dinge ausprobieren, wie etwa die Mitfahrpunkte. Ebenfalls wichtig sind Leuchtturmprojekte wie der Gäggersteg. Diese bringen Identifikation und tun uns als Region gut. Generell möchten wir systematischer mit Partnern zusammenarbeiten, um Projekte mit regionaler Wirkung umzusetzen.


Salome Guida, Redaktorin Gantrisch Zeitung

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