Fotowettbewerb zu den Moosschürli im Gürbetal

Der letztjährige Fotowettbewerb drehte sich um die kleinen Mooshüttli, die das Gürbetal prägen. Ohne sie wäre das Gürbetal nicht dasselbe. Tolle Fotografen haben sie in ihrer natürlichen Umgebung, mit ihrer farbigen Kulturlandschaft und Biodiversität um sie herum, mit oder ohne das grossartige Panorama eingefangen. Eigentlich hätten die Bilder an der Mitgliederversammlung im März prämiert werden sollen, was aus bekannten Gründen nicht stattfinden konnte. Deshalb veröffentlichen wir die schönen Fotos pro Kategorie auf unserer Website und auf Facebook sowie Instagram.

Kategorie “Überraschung”

Das alte Haus von Rocky Docky…hat vieles schon erlebt. So ist es auch mit den Moos-Schürli oder Mooshüttli im Gürbetal. Von nah betrachtet sind sie oft keine Schönheitsköniginnen, und keines von ihnen wird durch den Denkmalschutz als erhaltenswert geehrt. Je mehr man sich jedoch von ihnen entfernt, umso mehr entfalten sie ihren ästhetischen Wert.

Das sagt Lukas Wyss zu seinem Bild: «Eigentlich liebe ich ja vor allem die farbigen und Stimmungsvollen Bilder und mag eigentlich (fototechnisch gesehen) nicht so die regnerischen und bewölkten Tage. Jedoch hat es mir an diesem Morgen die mystische Stimmung mit dieser Scheune, dem wunderschönen Baum und den Wolkenbändern an der Stockhornkette angetan. Deshalb habe ich auf meinem Arbeitsweg dort kurz angehalten und das Foto spontan aufgenommen von der Hauptstrasse aus.”

Kategorie “Natürliche Vielfalt”

Das Gürbetal wird landwirtschaftlich genutzt und trägt mit vielen verschiedenen, natürlichen Produkten zu unserer Ernährung bei. Die alte Tradition des Sauerkrauts wurde erfolgreich neu belebt, was besonders im Herbst schöne Farbmuster in die Landschaft zaubert. Allerdings gibt es trotzdem immer weniger solche farbigen Flächen im Talgrund. Die Moosschürli sind eine wichtige Struktur, die zur Biodiversität beiträgt. An ihnen hängt fast der ganze Nistkastenpark des Gürbetals, wo auch seltene Arten einen Platz zum Brüten finden. Betreut werden die Nistkästen von der Avifauna, einer Vogelfreunde-Gruppe des Naturparks. Ein Merkmal der Schürli sind auch ihre Begleiter, die einzelnen Bäume. Obwohl nicht jedes Schürli ein Stall war, dürfte der nebenstehende Baum jeweils für Streu, Futter und Schatten gesorgt haben. Wer hier näheres weiss, darf sich gern bei uns melden. Je älter ein Schürli ist, umso mehr ist es auch umwuchert von Sträuchern. Das vermodernde Laub und die Früchte sowie der Schatten der Sträucher schadet zwar der Bausubstanz, gibt aber vielen Lebewesen Unterschlupf, Nistmöglichkeiten und Futter. In der aufgeräumten Landschaft sind also die Schürli-Parzellen auch kleine Biodiversitäts-Inseln.

Bruno Kneubühler über sein Bild “Die Spiegelung ist eine kleine Pfütze welche im Feld vor dem Haus war, welches entlang Spazierweges der Müsche liegt. So konnte ich auch in der klaren Nacht (2 Tage später) einfach den Weg finden und noch die Nachtaufnahme machen.”

Kategorie “Landschaftliche Schönheit”

Die Moosschürli in ihrer Gesamtheit sind landschaftsprägende Elemente. Stellt man sich die Gürbetalebene ohne sie vor, fehlt etwas. Zusammen mit der offenen, unverbauten Landschaft, dem Mosaik aus Kulturflächen, den Entwässerungsgräben, Hecken und Einzelbäumen sowie dem Blick auf die schneebeckten Viertausender des Berner Oberlandes ergeben sie eine einzigartige, unverwechselbare Landschaft.

Die unverbaute Landschaft gründet in der Zeit, als das Gürbetal eine sumpfige Schwemmebene war. Vor rund 150 Jahren wurde entwässert, korrigiert und verbaut[1], sodass die Bewirtschaftung des wertvollen Talgrundes möglich wurde. Die Siedlungen haben sich am Westrand des Tals entwickelt mit den Hauptverkehrslinien von Strasse und Bahn.

Sandra Gygax über ihr Foto. «Es war mir ein Bedürfnis mich dieser Herausforderung zu stellen, da mir die Kultur und die Landschaft rund um das Gantrischgebiet sehr am Herzen liegen. Mit viel Fleiss und Herzblut habe ich mich also aufgemacht, um einen Ausschnitt von meiner Arbeit präsentieren zu können. Die zwei Hüttli und die Bäume erschienen mir auf diesem Bild im perfekten Licht. Ich mag die Dramaturgie der Wolken und der nächstens untergehenden Sonne. Wie sich das Sonnenlicht auf der grünen, saftigen Wiese spiegelt. Aufgenommen am 19.9.2019 um 16.37 Uhr im Gürbetal zwischen Mühlethurnen und Toffen.»

[1] Melanie Salvisberg 2017: Der Hochwasserschutz an der Gürbe: Eine Herausforderung für Generationen (1855-2010), Schwalbe Verlag.


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