Besucherlenkung: Erlebnis in einem sicheren Rahmen – ja gerne

 

Nimmt der Besucherstrom zu, braucht es Angebote und eine informative Besucherlenkung. Für Mensch, Tier und Natur.


Die Nachfrage nach sicheren Erlebnissen in der Natur ist gross – noch stärker seit der Corona-Pandemie. Ein «sicheres» Angebot spricht an, bringt aber mit sich, den Besucher vor Ort umfassend über das richtige Verhalten gegenüber Tier und Natur zu sensibilisieren.

Stellen Sie sich vor, Sie müssten mit hochhakigen Schuhen durch den Schnee rennen… So geht es beispielsweise einem Reh, das erschreckt und sich von Ausflüglern in die Flucht getrieben fühlt, was im schlimmsten Fall den Erschöpfungstod bedeuten kann. Solange der Mensch sich aber an die Regeln hält und auf dem markierten Pfad bleibt, besteht für das Tier keine Gefahr.

Foto: Ein signalisierter Schneeschuhtrail verschafft dem Wild nötige Ruhe.

«Wir setzen uns für die Aufwertung und den Erhalt von Natur und Landschaft ein. Aber ebenso für eine nachhaltige regionale Wertschöpfung. Um das Gleichgewicht zu halten, ist eine gute Besucherlenkung und Sensibilisierung, bei der auch das ‹Warum› erklärt wird, für uns wichtig.» So lautet das Statement des Naturparks Gantrisch.


Nachhaltige Besucherlenkung

Verstärkt durch die Pandemie hat sich gezeigt, dass der Naturpark Gantrisch in seinem ganzen Perimeter ein beliebtes Freizeit- und Naherholungsgebiet ist. Ein Ort, nicht allzu weit weg und auch für Camper einfach erreichbar.

«Der Gurnigel war schon immer ein Geheimtipp für Camper. Während des Lockdowns hat sich die Situation noch zugespitzt. Deshalb haben wir zusammen mit der Camping-Plattform nomady.ch begonnen, Stellplätze und spezielle Übernachtungsmöglichkeiten in der Natur, auf privaten Grundstücken von Landwirten und Hausbesitzern, zu entwickeln. Wir wollen damit Gastgeber und Gast verbinden und den Campern ein nachhaltiges Angebot bieten. Einfache Stellplätze, allenfalls mit Strom, Toilette in der Nähe und der Möglichkeit, den Abfall zu entsorgen », erklärt Raphael Zahnd, Projektleiter Angebotsentwicklung Naturpark Gantrisch.

Mit der verstärkten Angebotsentwicklung will der Naturpark den Besucherstrom gezielt an geeignete Orte lenken, in deren Rahmen die Gäste sich frei bewegen dürfen. Davon kann auch die regionale Wirtschaft profitieren. Was vor Ort nicht fehlen darf, sind spezifische Informationen zum Angebot selber sowie zur Natur, zu den Tieren, zum Verhalten an und für sich, im Sinne von «Respektiere deine Grenzen». Das bedeutet Sicherheit für alle, verleiht Wissen, wirkt nachhaltig und fördert zudem die Wertschöpfung in der Region.

«Der Familien- und Themenweg Gäggersteg ist ein erfolgreiches Vorzeigeprojekt, was die Besucherlenkung und Wissensvermittlung betrifft. Ein Rundweg, klar abgesteckt, mit umfassenden Informationen. Und auch die Restaurants vor Ort profitieren massiv davon. Betreffend Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr hingegen sind wir jedoch noch nicht da, wo wir gerne sein möchten», erklärt Raphael Zahnd.


Sensibilisierung vor Ort

Stefan Steuri erfüllt als Ranger eine wichtige Funktion: «Wenn Leute mich direkt vor Ort ansprechen, sich für die Natur und die Tiere interessieren und ich Auskunft geben kann, freut mich das sehr. Es ist meine Aufgabe, durch gezielte Informationen zu sensibilisieren, Respekt gegenüber der Natur und den Tieren zu vermitteln.» Weiter erläutert er: «Der Naturpark ist zuständig für das Verhalten des Menschen im Gebiet und deshalb sind einerseits Angebote, andererseits eben die Besucherführung massgebend. Zudem führe ich Statistiken über die täglichen Besucherströme wie auch, in Zusammenarbeit mit der Wildhut des Kantons, die Tierbestände im Gebiet. Eine enge Kooperation von Kanton und Naturpark ist wichtig.»

Eine Unterstützung dazu werden bestimmt auch Informationstafeln vor Ort sein, die zum Teil bereits vorhanden sind. Ziel ist es, diese für die verschiedenen Interessengruppen in naher Zukunft noch mehr zu vereinheitlichen. Wenn die Besucherlenkung vorhanden ist und die Gäste sich rücksichtsvoll im Gebiet aufhalten, besteht weder für Natur noch Tier eine Gefahr. Gehen sie jedoch kreuz und quer, kann das erhebliche Schäden für beide bedeuten. Und das muss auf jeden Fall verhindert werden. Im Naturpark Gantrisch sollen alle ihre Berechtigung haben: Mensch, Tier und Natur.


Priska Iseli, Projektmitarbeiterin Naturpark Gantrisch

Diesen und weitere spannende Artikel sowie die ganze online Ausgabe der Gantrisch Zeitung finden Sie hier.



Ihr Platz in der Natur
Mit nomady.ch suchen wir nach neuen Camping-Stellplätzen und Übernachtungsmöglichkeiten in der Region Gantrisch. Dabei stellen wir eine Verbindung zwischen Gastgeber*in und Gast her und fördern dadurch einen nachhaltigen, lokalen Tourismus, von dem alle profitieren können. Möchten Sie Gastgeber*in im Naturpark Gantrisch sein oder kennen Sie Gastgeber*innen, die Interesse hätten? Dann freue ich mich auf Ihre Kontaktaufnahme.

Kontakt:
Raphael Zahnd
raphael.zahnd@gantrisch.ch
T 031 808 00 20

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